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Diagnose Krebs: Orientierung und Unterstützung
Die Nachricht „Sie haben Krebs“ verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Erfahren Sie, welche ersten Schritte wichtig sind und wo Sie Hilfe finden.
Erste Orientierung nach einer Krebsdiagnose
Angst, Traurigkeit, Wut oder Schuldgefühle sind nach einer Krebsdiagnose normale Emotionen. Erlauben Sie sich, so zu fühlen. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Gönnen Sie sich Ruhe, sprechen Sie mit vertrauten Menschen, oder suchen Sie sich professionelle Hilfe, wenn Sie das Gefühl haben, allein nicht weiterzukommen. Psychoonkolog*innen, Krebsberatungsstellen und Selbsthilfegruppen können hierbei wertvolle Unterstützung bieten.(1)
Bei einer Krebsdiagnose ist es zudem oft nötig, einige Dinge im privaten und beruflichen Umfeld neu zu organisieren. Sie müssen jedoch nicht alles sofort regeln. Es hilft, Schritt für Schritt vorzugehen:
- Fragen sammeln: Notieren Sie Fragen, die Sie Ihrem Behandlungsteam stellen möchten, damit Sie im Gespräch nichts vergessen.
- Unterstützung suchen: Angehörige oder Freunde und Freundinnen können Sie zu Terminen begleiten und Ihnen den Rücken stärken.
- Patientenmappe anlegen: Sammeln Sie alle Untersuchungsergebnisse, Befunde und Arztberichte. Das erleichtert spätere Entscheidungen, zum Beispiel im Hinblick auf die Behandlung, und kann nützlich sein, wenn Sie eine zweite Meinung einholen möchten.
- Vertrauensperson im Behandlungsteam finden: Es ist oft hilfreich, wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Behandlung koordiniert.
- Informiert bleiben: Broschüren und Internetseiten seriöser Anbieter vermitteln Ihnen ein Grundverständnis der Erkrankung, ohne Sie zu überfordern.(1), (2)
Rechtliche und finanzielle Fragen
Wenn Sie erkrankt sind, informieren Sie möglichst frühzeitig Ihren Arbeitgeber. Dauert die Erkrankung länger, benötigen Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Krankmeldung). Spätestens ab dem vierten Krankheitstag ist sie Pflicht – manchmal auch früher, je nach Arbeits- oder Tarifvertrag in Ihrer Branche.(1)
Lohnfortzahlung und Krankengeld:
- In den ersten sechs Wochen krankheitsbedingter Abwesenheit zahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt weiter.
- Ab der siebten Woche übernimmt die Krankenkasse und zahlt Krankengeld. Das Krankengeld beträgt etwa 70 % des Bruttogehalts (maximal 90 % des Nettoeinkommens) und wird bis zu 78 Wochen gezahlt.
Bei Arbeitslosigkeit oder sehr hohem Einkommen gibt es besondere Regelungen, über die Ihre Krankenkasse Sie im Detail informieren kann.(1)
Wo finden Sie Hilfe bei Fragen?
- Ihre Krankenkasse ist die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um Krankengeld und sozialrechtliche Leistungen.
- Ihre Ärzte und Ärztinnen unterstützen Sie beim Beibringen notwendiger Bescheinigungen.
- Im Krankenhaus berät der Kliniksozialdienst und hilft beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen.
- Bei ambulanten Behandlungen können Sie sich ebenfalls zunächst an Ihre Krankenkasse wenden.
- Regionale Krebsberatungsstellen bieten persönliche Beratung und Unterstützung.(1), (2)
Krebs: Gute Kliniken finden
Für Ihre Behandlung benötigen Sie Ärztinnen und Ärzte, die Erfahrung mit Ihrer Form der Krebserkrankung haben. Sie dürfen Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte frei wählen. Spezialisierte Krebszentren und Universitätskliniken sind meist auf dem neuesten medizinischen Stand. Achten Sie bei der Wahl der Klinik unter anderem auf folgende Punkte:(3)
- Die Klinik behandelt viele Patient*innen mit Ihrer Krebsart.
- Die Einrichtung hat spezialisierte Ambulanzen für eine Betreuung vor und nach der stationären Therapie.
- Verschiedene Fachrichtungen arbeiten interdisziplinär zusammen.
- Sie können sich dort auch zu sozialen oder psychischen Fragen beraten lassen.
- Die Klinik ist an wissenschaftlichen Studien beteiligt.
Auch der Arzt oder die Ärztin, die Sie bislang behandeln, und Ihre Krankenversicherung können Ihnen bei der Suche nach einer geeigneten Klinik helfen.(1), (3)
Unterschiedliche Behandlungswege
Bei Krebs gibt es selten nur eine mögliche Therapie. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich an medizinischen Leitlinien, passen die Empfehlungen aber an Ihre persönliche Situation an – etwa bei Begleiterkrankungen. Eine weitere Möglichkeit kann die Teilnahme an einer klinischen Studie sein. Dort werden neue Therapien getestet. Die Teilnahme ist immer freiwillig und kann einen Zugang zu besonders innovativen Verfahren eröffnen.(1)
Praktische Vorbereitung auf Klinikaufenthalt oder Therapie
Bevor die Behandlung beginnt, sollten Sie einige Dinge organisieren:
- Wer kümmert sich um Kinder, Angehörige oder Haustiere?
- Wer sortiert die Post?
- Wer bringt frische Wäsche ins Krankenhaus?
- Haben Sie eine aktuelle Medikamentenliste erstellt und wichtige Dokumente (Versichertenkarte, Befunde, Allergiepass) griffbereit?
Für einen Krankenhausaufenthalt packen Sie bequeme Kleidung, Hygieneartikel, Lesestoff und Handy samt Ladegerät ein. Schmuck und größere Geldbeträge sollten Sie besser zu Hause lassen.(1)
Eine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Nehmen Sie sich Zeit, und gehen Sie Schritt für Schritt vor: Notieren Sie Fragen an Ihre Ärztinnen oder Ärzte, lassen Sie sich bei Terminen unterstützen, und sammeln Sie Unterlagen in einer Mappe. In den ersten sechs Wochen der Krankheit zahlt Ihr Arbeitgeber das Gehalt weiter, danach erhalten Sie Krankengeld von der Krankenkasse. Auch Krebsberatungsstellen, Kliniksozialdienste und das Behandlungsteam bieten Hilfestellung bei Fragen.
Quellen:
- Deutsches Krebsforschungszentrum/KID: Diagnose Krebs – wie geht es jetzt weiter? Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/diagnose-krebs-erste-schritte. September 2025.
- Deutsche Krebshilfe: Diagnose Krebs – Wie geht es weiter? Verfügbar unter: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/diagnose-krebs-wie-geht-es-weiter/ September 2025.
- Deutsches Krebsforschungszentrum/KID: Krebs: Gute Krankenhäuser finden. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/adressen-und-links/kliniksuche. September 2025.
NP-DE-AOU-WCNT-250021; 11/25