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Zwei Paar Hände halten einander fest vor einem Hintergrund aus einem lila Kreis umrandet von einem gelben Kreis.

Eierstockkrebs: Anzeichen, Symptome und Risikofaktoren

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) bleibt oft lange unbemerkt. Viele Patientinnen haben zu Beginn kaum Symptome. Welche Warnzeichen Sie ernst nehmen sollten und welche Faktoren Ihr individuelles Risiko beeinflussen, lesen Sie hier. 

Symptome bei Eierstockkrebs

Eine Krebserkrankung der Eierstöcke bleibt häufig längere Zeit unbemerkt, denn weil ein Ovarialkarzinom in der Bauchhöhle zunächst Platz hat, um sich auszubreiten, verursacht es anfangs keine Beschwerden. Ärztinnen und Ärzte diagnostizieren Eierstockkrebs deshalb oft recht spät, sprich: in fortgeschrittenen Stadien. Aktuell gibt es keine regulär vorgesehene Früherkennungsuntersuchung für Frauen.(1)

Falls Sie bei sich Zyklusbeschwerden beobachten, die stärker sind als üblich, ist es sinnvoll, sicherheitshalber einen Termin bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen zu vereinbaren. Das gilt auch für Zwischenblutungen oder für neue, nach der Menopause (also nach der letzten Regelblutung) auftretende Blutungen. Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, starker Harndrang oder eine Zunahme des Bauchumfangs ohne Gewichtszunahme sind weitere mögliche Symptome bei Eierstockkrebs. Das letztgenannte Symptom entsteht durch die Bildung von Bauchwasser (Aszites) bei einem fortgeschrittenen Eierstockkrebs.(2)

Bitte denken Sie immer daran: Viele dieser Beschwerden können harmlose Ursachen haben. Gehen Sie trotzdem auf Nummer sicher: Sollten Sie neu auftretende unklare Beschwerden haben, lohnt es sich immer, zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt zu kontaktieren. Denn handelt es sich tatsächlich um eine schwere Erkrankung wie Eierstockkrebs, verbessert sich die Prognose deutlich, wenn der Krebs früh erkannt und behandelt wird.(2)

Risikofaktoren für Eierstockkrebs

Wer am Ovarialkarzinom erkranken wird und wer nicht, lässt sich nicht voraussagen. Dennoch haben Forschende einige Risikofaktoren gefunden. Dazu gehört zunächst das Alter: Im Laufe des Lebens teilen sich unsere Zellen unzählige Male. Bei diesem Vorgang können Schäden am Erbgut auftreten, die sich mit der Zeit summieren. Außerdem arbeiten die Reparaturmechanismen des Körpers mit zunehmendem Alter immer schlechter. Gleichzeitig nimmt die Fähigkeit des Immunsystems ab, beschädigte Zellen zu erkennen und zu entfernen. Das erklärt, warum Eierstockkrebs deutlich häufiger bei Frauen über 70 Jahren auftritt. Frauen unter 50 Jahren erkranken seltener.(3), (4)

Dennoch können Ovarialkarzinome auch bei jüngeren Frauen entstehen, und zwar aufgrund genetischer Risiken. Das betrifft etwa eine von vier Patientinnen. Forschende wissen mittlerweile, dass Veränderungen in bestimmten Abschnitten des Erbguts sowohl das Risiko für Eierstockkrebs als auch das Risiko für Brustkrebs stark erhöhen. Im Fokus stehen dabei die Gene BRCA-1 und BRCA-2 (BRCA = Breast Cancer, Englisch für
Brustkrebs).(5)

Könnten Sie von einem erhöhten genetischen Risiko betroffen sein? Stellen Sie sich folgende Fragen: Sind mehrere Ihrer Familienmitglieder an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt, und zwar bereits vor dem 50. Lebensjahr? Ist der Brustkrebs bei Verwandten mütterlicherseits und väterlicherseits aufgetreten? Gibt es in Ihrer Familie sogar Männer mit einer Brustkrebsdiagnose? Das heißt noch nicht, dass Sie genetisch vorbelastet sind, aber in diesen Fällen ist eine humangenetische Untersuchung empfehlenswert. 

Frauen mit einer Veränderung im BRCA1- oder BRCA2-Gen haben ein Risiko von 20 bis 60 Prozent, an Eierstockkrebs zu erkranken. Zum Vergleich: In der weiblichen Allgemeinbevölkerung liegt das Risiko bei etwa 1,5 Prozent. Eierstockkrebs in der Familie kann aber auch gehäuft auftreten, ohne dass Ärztinnen und Ärzte genetische Risikofaktoren finden.(3)

Als weitere Risikofaktoren für Eierstockkrebs gelten Übergewicht/Adipositas, Kinderlosigkeit, Unfruchtbarkeit, der Kontakt zu Giften wie Asbest und eine Hormonersatztherapie nach der Menopause.(5)

Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht/Adipositas erhöhen das Risiko für Eierstockkrebs bei allen Frauen, unabhängig davon, ob sie eine BRCA-Mutation haben.(6)

Das Risiko für Eierstockkrebs senken

Viele Faktoren, wie Ihr Alter oder genetische Risiken, können Sie natürlich nicht beeinflussen. Andere Faktoren hingegen sind lebensstilabhängig. So sinkt das Risiko für Eierstockkrebs, wenn Sie mehrere Kinder zur Welt gebracht haben. Auch eine lange Stillzeit wirkt sich positiv aus. Die längerfristige Einnahme der Antibabypille oder eine Sterilisation, bei der die Eileiter verschlossen werden, senken ebenfalls das Risiko. Grundsätzlich verringern Sie die Wahrscheinlichkeit für gleich mehrere Krebsarten, wenn Sie nicht rauchen, Sport treiben und auf ein gesundes Körpergewicht achten.(5)

Wie aber geht es weiter, wenn Ärztinnen und Ärzte bei Ihnen Hochrisikogene finden? Nach Abschluss der Familienplanung besteht die Möglichkeit, eine Salpingo-Ovarektomie (eine Entfernung der Eileiter und Eierstöcke, bevor Krebs entsteht) vornehmen zu lassen. Die wissenschaftliche Literatur zeigt, dass durch solche Eingriffe die Sterblichkeit durch Ovarialkarzinome sinkt.(7)

Eierstockkrebs verursacht anfangs keine nennenswerten Symptome. Anzeichen wie Zyklusstörungen, Bauchschmerzen oder einen sich vergrößernden Bauchumfang sollten Sie aber unbedingt ärztlich abklären lassen. Außerdem können Sie das eigene Risiko senken, indem Sie auf einen gesunden Lebensstil achten. 

Quellen:

  1. Deutsche Krebsgesellschaft: „Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom – Früherkennung, Vorsorge“. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/eierstockkrebs/frueherkennung-und-vorsorge.html. September 2025.
  2. Deutsche Krebsgesellschaft: „Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom – Symptome“. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/eierstockkrebs/symptome.html. September 2025.
  3. Deutsche Krebshilfe: „Risikofaktoren für Eierstockkrebs“. Verfügbar unter: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/eierstockkrebs/#c23921. September 2025.
  4. Universität Tübingen: „Eierstockkrebs – der stille Feind“. Verfügbar unter: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/en-de/patienten-und-besucher/expertentipps/krebsvorsorge/eierstockkrebs. September 2025. 
  5. Krebsinformationsdienst: „Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/eierstockkrebs#c3072. September 2025.
  6. Deutsche Krebsgesellschaft: „Risikofaktoren für Eierstockkrebs auch bei BRCA-Mutation senken“. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/news/risikofaktoren-fuer-eierstockkrebs-auch-bei-brca-mutation-senken.html. September 2025.
  7. Cochrane: „Risikoreduzierende chirurgische Entfernung von Eileitern und Eierstöcken bei Frauen mit Mutationen in den Genen BRCA1 oder BRCA2“. Verfügbar unter: https://www.cochrane.org/de/CD012464/GYNAECA_risikoreduzierende-chirurgische-entfernung-von-eileitern-und-eierstocken-bei-frauen-mit-mutationen. September 2025.

NP-DE-ON-WCNT-250049; 09/25