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Zwei Paar Hände halten einander fest vor einem Hintergrund aus einem lila Kreis umrandet von einem gelben Kreis.

Eierstockkrebs: Diagnose und Untersuchung

Zu Beginn verursacht Eierstockkrebs kaum Beschwerden. Oft entdecken Ärztinnen und Ärzte die Erkrankung zufällig. Erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, ein Ovarialkarzinom zu diagnostizieren – und was Sie bei den Untersuchungen erwartet.

Falls Sie an Symptomen wie anhaltendem Völlegefühl, häufigen Blähungen, unklaren Bauchschmerzen, häufigem Wasserlassen oder einer unerklärlichen Zunahme des Bauchumfangs leiden, hat das meistens harmlose Gründe – es könnte aber auch auf Eierstockkrebs hindeuten. Wichtig ist, dass Sie Ihre Beschwerden rasch bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt abklären lassen – lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.(1), (2)

Was erwartet Sie bei diesem Termin? Zu Beginn, bei der sogenannten Anamnese, fragt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie nach Ihren aktuellen Beschwerden und etwaigen Vorerkrankungen, um sich so ein möglichst genaues Bild über Ihre Gesundheit zu verschaffen. Dazu zählt auch die Frage, ob es bei nahen Verwandten Krebserkrankungen gibt oder gegeben hat, speziell Brust- und/oder Eierstockkrebs.(1), (2)

Welche Untersuchungen führen Ärztinnen und Ärzte zu Beginn durch?

Im Anschluss an das Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Dabei tastet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zunächst Ihren Bauch von außen ab, um mögliche Auffälligkeiten wie Verhärtungen, Schwellungen oder schmerzempfindliche Bereiche zu erkennen.(2)

Anschließend erfolgt die innere Untersuchung. Ein sogenanntes Spekulum, ein medizinisches Instrument, wird vorsichtig in die Scheide eingeführt, damit Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Scheidenwände und den Muttermund untersuchen kann. Dies kann für manche Frauen etwas unangenehm sein, verursacht aber keine Schmerzen.(2)

Welche bildgebenden Verfahren helfen bei der Diagnose?

Meist folgt dann eine Ultraschall-Untersuchung über die Vagina. Das Verfahren hilft dabei, Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter genauer zu beurteilen. Die Ergebnisse sind exakter als bei einem Ultraschall durch die Bauchdecke. Dazu wird eine stabförmige Ultraschallsonde vorsichtig in die Scheide eingeführt. Die Untersuchung ist weitestgehend schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.(2)

Je nach Ergebnis folgt dann eine Computertomografie (CT) in einer Klinik. Die CT ist eine spezielle Form der Röntgenuntersuchung, bei der viele einzelne Aufnahmen aus dem Körperinneren gemacht und anschließend zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt werden. Auch die Kernspintomografie (MRT), bei der keine Röntgenstrahlen, sondern starke Magnetfelder zum Einsatz kommen, eignet sich zur Diagnostik von Eierstockkrebs und liefert detaillierte Bilder des Bauchraums.(3), (4)

Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt sieht nach dem Befund, wo sich eventuell ein Tumor befindet, wie groß er ist und ob er sich bereits in andere Bereiche ausgebreitet hat.(3), (4)

Ein weiteres Verfahren ist die Positronen-Emissions-Tomografie (PET). Anders als CT oder MRT zeigt die PET die Stoffwechselaktivität von Geweben. Warum ist das wichtig? Tumorzellen verbrauchen in der Regel viel Energie und nehmen zum Beispiel Zucker schneller auf als gesunde Zellen. Genau das macht sich die PET zunutze. Vor der Untersuchung bekommen Sie eine leicht radioaktive Substanz (z. B. radioaktiv markierten Traubenzucker) gespritzt. Diese reichert sich in stoffwechselaktiven Zellen an und macht sie sichtbar. Auf diese Weise lassen sich manchmal auch sehr kleine oder versteckte Tumorabsiedlungen (Metastasen) erkennen.(3), (4)

Blutwerte sind ebenfalls Teil der Diagnostik. Sie liefern Hinweise auf Ihren Gesundheitszustand. Darüber hinaus lässt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Labor nach Tumormarkern suchen. Das sind spezielle Moleküle, die manchmal von Tumorzellen gebildet werden. Weist Ihr Blut höhere Werte dieser Tumormarker auf, kann das ein Hinweis auf eine Krebserkrankung sein. Allerdings ist das Ergebnis nicht immer eindeutig. Deshalb können Labortests Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren nicht ersetzen. Sie sind aber eine wertvolle Ergänzung.(3), (4)

Welches Untersuchungsverfahren für Sie geeignet ist, klärt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin im Vorfeld mit Ihnen ab.

Gibt es Angebote zur Früherkennung von Eierstockkrebs?

Für Eierstockkrebs gibt es in Deutschland, anders als etwa bei Brustkrebs, aktuell kein gesetzliches Früherkennungsprogramm. Sprechen Sie bei einem erblich bedingten Risiko mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.(2), (3)

Eierstockkrebs bleibt anfangs oft unbemerkt, weil typische Symptome fehlen. Sollten Sie unklare Beschwerden haben, fragt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zunächst nach Symptomen, Vorerkrankungen und familiären Risiken. Danach folgen Untersuchungen wie Tastuntersuchung, vaginaler Ultraschall oder eine Diagnostik mit bildgebenden Verfahren, ergänzt durch Bluttests auf Tumormarker. In den meisten Fällen wird es sich nicht um ein Ovarialkarzinom handeln.

Quellen:

  1. Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie: Eierstockkrebs, Ovarialkarzinom – Diagnose. Verfügbar unter: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/eierstockkrebs/diagnose.html
    August 2025
  2. DKFZ/Krebsinformationsdienst: Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/eierstockkrebs
    August 2025
  3. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Verfügbar unter: https://hub.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinie/diagnostik-therapie-und-nachsorge-maligner-ovarialtumoren
    August 2025
  4. Deutsche Krebshilfe: Eierstockkrebs. Verfügbar unter: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/eierstockkrebs/. August 2025

NP-DE-ON-WCNT-250052; 09/25