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Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom): Therapie

Bei der Behandlung von Eierstockkrebs wird meist auf eine Kombination aus Operation, Chemo- und Erhaltungstherapie gesetzt. Neue, zielgerichtete Therapien verbessern die Überlebenschancen insbesondere bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs. Erfahren Sie hier alles Wichtige rund um Behandlung und Therapie.

Eierstockkrebs: Wo sollten Sie sich behandeln lassen?

Nach der Diagnose eines Ovarialkarzinoms stellt sich für viele Betroffene die Frage, wo sie die bestmögliche Behandlung erhalten. Fachleute empfehlen, sich in einer spezialisierten und zertifizierten Klinik behandeln zu lassen. Dort bieten erfahrene Mediziner*innen alle modernen Therapieverfahren an. Für Betroffene bedeutet das die bestmögliche Versorgung.(1)

Wie wird die Therapie geplant?

Wenn bei Ihnen Eierstockkrebs festgestellt wurde, prüft Ihr Behandlungsteam, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist. Zunächst wird geklärt, welche Art von Tumor vorliegt, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und wie Ihr allgemeiner Gesundheitszustand ist.(1), (2), (3)

Das Tumorstadium beschreibt, wie weit sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat. Ein Tumor im frühen Stadium ist auf einen Eierstock oder beide Eierstöcke oder auf die Organe im Becken begrenzt. Von einem fortgeschrittenen Stadium wird gesprochen, wenn sich der Krebs bereits in der Bauchhöhle ausgedehnt oder in weiteren Organen wie Leber, Lunge oder Knochen angesiedelt hat. Von Metastasen – sogenannten Tochtergeschwülsten – spricht man, wenn sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor abgelöst haben und über Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperregionen gelangt sind, wo sie weiterwachsen.(1), (2), (3)

Was kommt bei einer Operation auf Sie zu?

In den meisten Fällen wird das Behandlungsteam zu einer Operation raten. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose – Sie schlafen also während der gesamten Operation. Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Während des Eingriffs prüft das Operationsteam außerdem genau, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat. Davon hängt das weitere Vorgehen ab. Die Operation dient somit sowohl der Diagnose als auch der Therapie. Wichtig für Sie zu wissen: Vor dem Eingriff bespricht Ihr Behandlungsteam alle geplanten Schritte ausführlich mit Ihnen, auch wenn noch nicht feststeht, ob alle Maßnahmen notwendig sein werden.(1), (2), (3)

Bei Eierstockkrebs im frühen Stadium werden in der Regel der betroffene Eierstock und der dazugehörige Eileiter entfernt. Hat der Tumor die Kapsel des Eierstocks noch nicht durchbrochen und zeigen Laboruntersuchungen, dass die Krebszellen wenig verändert sind, reicht die Operation häufig aus – zusätzliche Therapien sind dann meist nicht erforderlich. Sind beide Eierstöcke betroffen, werden in der Regel auch beide entfernt.(1), (2), (3)

Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs ist der Eingriff etwas umfangreicher. Das Behandlungsteam versucht auch hier, den Tumor vollständig zu entfernen. Je nach Ausbreitung kann es notwendig sein, benachbarte Organe, Teile von Organen oder Lymphknoten mitzuentfernen.(1), (2), (3)

Während des Heilungsprozesses nach dem Eingriff können Verwachsungen im Bauchraum entstehen, die gelegentlich zu Schmerzen oder Verdauungsproblemen führen. Wenn mehrere Lymphknoten entfernt werden mussten, kann es zu Wasseransammlungen im Gewebe (sogenannten Lymphödemen) kommen.(1), (2), (3)

Wann ist bei Eierstockkrebs eine Chemotherapie erforderlich?

Nach einer Operation folgt häufig eine Chemotherapie. Das gilt vor allem dann, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Aber auch bei frühen Stadien des Ovarialkarzinoms wird eine Chemotherapie in vielen Fällen empfohlen.(1), (2), (3)

Bei einer Chemotherapie erhalten Sie spezielle Medikamente, sogenannte Zytostatika. Diese hemmen das Wachstum und die Teilung von Zellen, insbesondere bei sich besonders schnell teilenden Zellen wie den Krebszellen. Da die Medikamente im ganzen Körper wirken, greifen sie teilweise auch gesunde sich schnell teilende Zellen an – zum Beispiel in Haut, Haarwurzeln, Schleimhäuten oder im Knochenmark. Daher können Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Knochenschmerzen und eine erhöhte Infektanfälligkeit auftreten. Aber keine Sorge: Mit modernen Medikamenten lassen sich viele dieser Nebenwirkungen gut behandeln.(1), (2), (3)

Welche zielgerichteten Therapien gibt es bei Eierstockkrebs?

Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs starten nach der Chemotherapie oft mit einer Erhaltungstherapie. Sie erhalten zielgerichtete Medikamente, die gezielt auf bestimmte Strukturen oder Mechanismen innerhalb der Krebszellen wirken und Prozesse stören, die für deren Wachstum oder Überleben notwendig sind. Auf diese Weise lässt sich das Fortschreiten des Ovarialkarzinoms häufig verlangsamen oder sogar stoppen.(1), (2), (3)

Was tun, wenn erneut Eierstockkrebs auftritt?

Tritt nach einer erfolgreichen Behandlung erneut ein Tumor auf, sprechen Fachleute von einem Rezidiv (Rückfall). Welche Behandlung dann sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom allgemeinen Gesundheitszustand und von den persönlichen Wünschen der Betroffenen, den biologischen Eigenschaften des Tumors und den bisherigen Therapien. Je nach Situation kommen eine weitere Chemotherapie, eine erneute Operation oder eine Behandlung mit zielgerichteten Medikamenten infrage. Wenn Sie von einem Rückfall betroffen sind, wird Ihr Behandlungsteam mit Ihnen besprechen, ob eine palliative Therapie sinnvoll ist. Diese hat nicht das Ziel, den Krebs zu heilen, sondern soll das Tumorwachstum bremsen und Beschwerden wirksam lindern. (1), (2), (3)
Nach der Diagnose Eierstockkrebs empfehlen Fachleute eine Behandlung in spezialisierten und zertifizierten Kliniken. Dank moderner Medizin
verbessern sich die Behandlungsmöglichkeiten stetig. In der Regel wird der Tumor zunächst operativ entfernt, oft folgt dann eine Chemotherapie. Bei fortgeschrittenem Krebs kommen zusätzlich zielgerichtete Medikamente zum Einsatz. Ist keine Heilung mehr möglich, können palliative Therapien die Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern.

Quellen:

  1. S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Verfügbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/032-035OLl_S3_Ovarialkarzinom_2024-10.pdf. August 2025.
  2. DKFZ/Krebsinformationsdienst: Therapie von Eierstockkrebs. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/eierstockkrebs. August 2025.
  3. Deutsche Krebshilfe: Die Therapie von Eierstockkrebs. Verfügbar unter: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsarten/eierstockkrebs/#c23898. August 2025.

NP-DE-NRP-WCNT-250005; 12/25