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Zwei Paar Hände halten einander fest vor einem Hintergrund aus einem lila Kreis umrandet von einem gelben Kreis.

Gebärmutterkörperkrebs: Alternativ- & Komplementärmedizin

Viele von Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) Betroffene interessieren sich zusätzlich zur Standardtherapie für Verfahren der Alternativ- und Komplementärmedizin. Welche Möglichkeiten bieten alternative und komplementäre Verfahren – und wo stoßen sie an ihre Grenzen?

Was sollten Sie über Alternativ- und Komplementärmedizin wissen?

Der Unterschied zwischen Alternativ- und Komplementärmedizin liegt vor allem in der Art ihrer Anwendung. Alternative Verfahren werden anstelle der wissenschaftlich geprüften Standardtherapie eingesetzt. Wird infolgedessen auf wirksame Behandlungen wie Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie verzichtet oder verzögern sich diese durch alternative Verfahren, kann die Erkrankung schneller fortschreiten und die Prognose sich verschlechtern. Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Alternativmedizin daher nicht zu empfehlen. Komplementärmedizinische Maßnahmen hingegen ergänzen die etablierte Krebstherapie, ersetzen sie jedoch nicht.(1)

Weder alternative noch komplementäre Verfahren können Krebs heilen oder das Fortschreiten der Erkrankung nachweislich aufhalten. Einzelne komplementäre Maßnahmen können jedoch dazu beitragen, therapiebedingte Nebenwirkungen zu mildern und die Lebensqualität zu verbessern. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, bevor Sie sich für Therapien der Alternativ- oder Komplementärmedizin entscheiden.(1)

Sinnvolle Komplementärtherapien beim Endometriumkarzinom 

Einige komplementärmedizinische Ansätze können unterstützend wirken, insbesondere zur Linderung von Beschwerden und zur Stabilisierung der Lebensqualität. Gut untersucht sind sogenannte Mind-Body-Therapien wie Yoga, Tai-Chi, Qigong oder Meditation. Studien zeigen, dass sie unter anderem bei chronischer Erschöpfung (Fatigue), Schlafstörungen, Ängsten und Stress hilfreich sein können. Auch regelmäßige körperliche Aktivität zählt zu den empfehlenswerten unterstützenden Maßnahmen. Darüber hinaus gibt es pflanzliche Präparate, die in Studien positive Effekte gezeigt haben: Ingwer beispielsweise kann Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie reduzieren, Ginseng kann bei krebsbedingter Fatigue unterstützend wirken. Akupunktur wird ebenfalls als mögliche Ergänzung angesehen, etwa bei Übelkeit, Schmerzen oder Schlafproblemen.(1), (2)

Welche Bedeutung hat Sport beim Endometriumkarzinom?

Bewegung spielt eine wichtige Rolle im Therapieverlauf. Regelmäßige körperliche Aktivität kann die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern, Fatigue reduzieren und das Risiko für Folgeprobleme wie Blutgerinnsel (Thrombosen) oder eingeschränkte Beweglichkeit senken. Auch das Herz-Kreislauf-System, Knochen und Muskulatur profitieren. Zudem kann Sport positive Effekte auf die psychische Gesundheit haben und dazu beitragen, Depressionen, Ängste und Schlafstörungen zu verringern. Entscheidend ist jedoch die Anpassung an individuelle Voraussetzungen: Art, Umfang und Intensität der Bewegung sollten sich am aktuellen Gesundheitszustand und an den persönlichen Möglichkeiten orientieren. Betroffene sollten ihr Bewegungsprogramm mit dem Behandlungsteam abstimmen.(3)

Risiken alternativer und komplementärer Verfahren

Alternative und komplementäre Methoden werden häufig als „natürlich“ und daher als harmlos beworben. Das trifft jedoch nicht immer zu. Auch pflanzliche oder naturheilkundliche Präparate können Nebenwirkungen verursachen, zudem können sie mit Krebsmedikamenten interagieren. Dadurch kann die Wirksamkeit der Therapie beeinträchtigt oder das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht werden. Deshalb sollten solche Präparate immer dem behandelnden Arzt oder der Ärztin gezeigt und ihre Anwendung abgesprochen werden, da sie den körperlichen Abbau von Krebstherapeutika beeinflussen können. Das größte Risiko besteht, wenn alternative Verfahren anstelle medizinisch bewährter Therapien angewendet werden. Durch die Verzögerung oder Ablehnung medizinisch bewährter Verfahren kann sich die Prognose deutlich verschlechtern.(1)

Einige komplementäre Verfahren gelten hingegen als vergleichsweise sicher, insbesondere Bewegungstherapien, Entspannungsverfahren und Meditation. Sprechen Sie immer mit Ihrem Behandlungsteam über geplante Maßnahmen, damit Nutzen und mögliche Risiken sorgfältig abgewogen werden können.(1)

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Die Kosten für komplementäre und alternative Therapien werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Nur Kosten für Leistungen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist, werden erstattet. Für zahlreiche alternative und komplementäre Verfahren fehlen solche wissenschaftlichen Belege.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Einige Krankenkassen bieten bestimmte komplementäre Behandlungen als freiwillige Zusatzleistungen an, beispielsweise Akupunktur oder ausgewählte naturheilkundliche Verfahren. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, sollten Betroffene direkt mit ihrer Krankenkasse klären.(1)

Therapien der Alternativmedizin sind riskant, wenn sie die medizinisch empfohlene Krebsbehandlung ersetzen. Ohne Anwendung wissenschaftlich etablierter Behandlungen gibt es keine realistische Aussicht, den Gebärmutterkörperkrebs zurückzudrängen. Komplementäre Methoden können hingegen unterstützend eingesetzt werden, um Nebenwirkungen der Behandlung zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, welche komplementären Therapien für Sie geeignet sind. 

Quellen:

  1. DKFZ/Krebsinformationsdienst: Alternative Medizin und Komplementärmedizin bei Krebs. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/komplementaere-und-alternative-krebsmedizin. Februar 2026.
  2. Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF: Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen. Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/komplementaermedizin. Februar 2026.
  3. DKFZ/Krebsinformationsdienst: Bewegung und Sport: Tipps für Krebspatienten. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/alltag-mit-krebs/sport-und-bewegung. Februar 2026.

NP-DE-DST-WCNT-250010; 02/26