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Gebärmutterkörperkrebs:
Anzeichen, Symptome und Risikofaktoren
Beschwerden wie ungewöhnliche Blutungen, Ausfluss oder Schmerzen können viele Ursachen haben. Eine davon kann Gebärmutterkörperkrebs sein. Dies wird von Ärztinnen und Ärzten auch als Endometriumkarzinom bezeichnet. Erfahren Sie mehr über Symptome und Risikofaktoren.
Symptome im Frühstadium des Endometriumkarzinoms
Vor allem zu Beginn verursacht ein Endometriumkarzinom kaum Beschwerden, die klar auf die Erkrankung hinweisen würden. Patientinnen vor der letzten Regelblutung
(= Menopause) berichten häufiger über ungewöhnliche Zwischenblutungen oder über eine verlängerte beziehungsweise ungewöhnlich starke Regelblutung. Bei Frauen nach der Menopause hingegen kann es erneut zu Blutungen kommen.(1)
Ungewöhnliche Blutungen können viele Ursachen haben. Bei jüngeren Frauen, bei denen die Wechseljahre noch nicht eingesetzt haben, steckt oft ein hormonelles Ungleichgewicht dahinter. Falls Sie solche ungewöhnlichen Blutungen haben, ist jedoch eine gründliche Abklärung wichtig. Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt wird verschiedene Untersuchungen durchführen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Treten Blutungen nach der Menopause auf, sind ärztliche Untersuchungen ebenfalls wichtig, um mögliche Erkrankungen zu erkennen oder auszuschließen, denn es kann sich auch um Anzeichen eines Endometriumkarzinoms handeln.(1)
Eine frühe Abklärung und Vorsorge sind in jedem Fall sinnvoll. Heute entdecken Ärztinnen und Ärzte 75 von 100 Endometriumkarzinomen so zeitig, dass sich die Erkrankung gut behandeln lässt. Derzeit gibt es keine gezielten Früherkennungsprogramme wie etwa bei Brustkrebs. Umso wichtiger ist es, sich bei Beschwerden medizinisch beraten zu lassen.(1)
Gebärmutterkörperkrebs oder Gebärmutterhalskrebs?
Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) hat seinen Ursprung in der Gebärmutterschleimhaut. Er unterscheidet sich vom Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), der vom Gebärmutterhals ausgeht.(2)
Symptome bei einem fortgeschrittenen Endometriumkarzinom
Bestimmte Symptome können auf fortgeschrittenen Gebärmutterkörperkrebs hindeuten, etwa ungewollter, nicht auf eine Diät zurückgehender Gewichtsverlust. Weitere Hinweise sind Schmerzen im Unterleib, Blut im Urin oder im Stuhl, unregelmäßiger Harndrang beziehungsweise Stuhldrang und ein eitriger Ausfluss aus der Scheide. Auch diese Symptome können viele Ursachen haben, es muss also keine Krebserkrankung dahinterstecken. Dennoch gilt es, derartige Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.(1)
Endometriumkarzinom: die wichtigsten Risikofaktoren
Wer erkrankt am Endometriumkarzinom? Diese Frage lässt sich wissenschaftlich nicht abschließend beantworten. Forschende haben in den vergangenen Jahren aber einige Risikofaktoren gefunden. Dazu gehören Östrogene, also Sexualhormone, die vor allem im weiblichen Organismus eine Rolle spielen. Sie werden in den Eierstöcken und im Fettgewebe gebildet. Bei deutlichem Übergewicht produziert der weibliche Körper mehr Östrogen, was das Risiko erhöht. Je stärker das Übergewicht, desto größer das Risiko.(3), (4)
Ärztlich verordnete Östrogene können das Erkrankungsrisiko ebenfalls steigern – vor allem dann, wenn sie ohne Gestagene, eine andere wichtige Gruppe von weiblichen Geschlechtshormonen, verabreicht werden. Auch die Dauer der Hormontherapie ist entscheidend: Längerfristige Anwendungen erhöhen das Risiko stärker als kürzere Behandlungen. Östrogene vergrößern speziell das Risiko für ein Typ-I-Endometriumkarzinom, eine hormonabhängige Form der Erkrankung.(3), (4)
Unabhängig davon steigt das Risiko für ein Endometriumkarzinom mit dem Alter an. Unsere Zellen altern – und damit auch die Reparaturmechanismen, die Schäden im Erbgut (der DNA) beheben. Das Immunsystem wird mit der Zeit ebenfalls schwächer. Es kann beschädigte Zellen nicht mehr so zuverlässig entfernen wie in jüngeren Jahren. Das erklärt, warum Endometriumkarzinome häufiger bei älteren Frauen nach der Menopause auftreten als bei jüngeren Frauen.(3), (4)
Darüber hinaus gibt es auch ein genetisches Risiko für Gebärmutterkörperkrebs. Sprich: Bestimmte Faktoren im Erbgut werden von den Eltern auf die Kinder vererbt. Zu nennen wären hier vor allem das Lynch-Syndrom und das Cowden-Syndrom.
Beim Lynch-Syndrom handelt es sich um eine vererbbare Veränderung im Erbgut, die dazu führt, dass bestimmte Krebsarten häufiger auftreten, vor allem Darmkrebs und Gebärmutterkörperkrebs. Beim Cowden-Syndrom, einer weiteren seltenen Erbkrankheit, ist vor allem das Risiko für Brust-, Schilddrüsen- und Gebärmutterkörperkrebs deutlich erhöht.(5), (6)
Wie lassen sich eigene Risiken verringern?
Was können Sie selbst tun, um Ihr Risiko zu verringern? Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören ein gesunder Lebensstil mit viel körperlicher Aktivität und ein normales Körpergewicht. Falls Sie Hormone einnehmen, etwa zur Verhütung, sollten Sie Ihre Ärztin beziehungsweise Ihren Arzt ansprechen.(3), (4)
Das Endometriumkarzinom führt zu wenig eindeutigen Beschwerden. Falls Regelblutungen unerwartet stark sind, Zwischenblutungen auftreten oder falls es nach der Menopause erneut zu Blutungen kommt, sollten Sie dies ärztlich abklären lassen. Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren gehören starkes Übergewicht und Medikamente, die Östrogene enthalten.
Quellen:
- Krebsinformationsdienst (Deutsches Krebsforschungszentrum): „Beschwerden bei Gebärmutterkörperkrebs“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/symptome. Juni 2025.
- Krebsinformationsdienst (Deutsches Krebsforschungszentrum): „Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom, Gebärmutterkörperkrebs)“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs. Juni 2025.
- Krebsinformationsdienst (Deutsches Krebsforschungszentrum): „Endometriumkarzinom: Risikofaktoren, Vorbeugung und Früherkennung“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/risikofaktoren-und-frueherkennung. Juni 2025.
- AWMF-Leitlinienprogramm Onkologie: „S3-Leitlinie Endometriumkarzinom“. Verfügbar unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Endometriumkarzinom/
Version_3/LL_Endometriumkarzinom_Langversion_3.0.pdf. Juni 2025. - Charité Universitätsmedizin Berlin: „Lynch-Syndrom“. Verfügbar unter: https://frauenklinik.charite.de/leistungen/lynch_syndrom. September 2025.
- Charité Universitätsmedizin Berlin: „Neurokutane Syndrome“. Verfügbar unter: https://neuropaediatrie.charite.de/fuer_patienten_und_aerzte /neurologische_erkrankungen/neurokutane_syndrome_phakomatosen/. September 2025.
NP-DE-DST-WCNT-250008; 10/25