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Gebärmutterkörperkrebs: Früherkennung und Diagnose
Ungewöhnliche Regelblutungen sind meist harmlos, können aber auch auf Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom) hindeuten. Erfahren Sie, welche Untersuchungen Ärztinnen und Ärzte durchführen, um diese Krebserkrankung zu erkennen oder auszuschließen.
Erste Abklärung bei ungewöhnlichen Blutungen
Viele Frauen suchen ihre gynäkologische Praxis auf, wenn es zu ungewöhnlichen Blutungen kommt. Solche Blutungen sind meist harmlos, sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden, denn in seltenen Fällen können sie ein frühes Anzeichen für Gebärmutterkörperkrebs sein.
Zu Beginn fragt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt gezielt nach den Beschwerden. Dabei geht es unter anderem darum, zu klären, seit wann die Blutungen aufgetreten und ob weitere Symptome hinzugekommen sind. Dazu zählen blutiger oder eitriger Ausfluss aus der Scheide, unerklärlicher Gewichtsverlust sowie vermehrter Harn- oder Stuhldrang. Blut im Urin oder im Stuhl kann ebenfalls ein Hinweis sein.
Auch die familiäre Krankengeschichte spielt eine Rolle. Patientinnen werden daher gefragt, ob nahe Angehörige bereits an Gebärmutterkörperkrebs erkrankt sind. In seltenen Fällen liegt eine genetische Disposition vor, bei der das persönliche Risiko im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt erhöht ist.(1)
Welche Untersuchungen werden zu Beginn durchgeführt?
Nach dem ersten Gespräch folgen gynäkologische Untersuchungen. Mithilfe eines Spekulums – eines medizinischen Instruments – können Scheidenwände und Muttermund beurteilt werden. Zusätzlich werden Abstriche vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor auf Gewebeveränderungen untersucht.(2)
Im Anschluss erfolgt meist ein transvaginaler Ultraschall. Dabei wird eine dünne, stabförmige Ultraschallsonde über die Scheide eingeführt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und verursacht keine Strahlenbelastung. Ziel ist es, die Dicke der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) festzustellen. Nach den Wechseljahren ist die Schleimhaut normalerweise dünn; eine erneute Verdickung kann auf Gebärmutterkörperkrebs hindeuten.(2), (3), (4)
Zeigt der transvaginale Ultraschall eine ungewöhnliche Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, folgt in der Regel eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie). Dabei wird ein dünnes Röhrchen mit Lichtquelle und Kamera in die Scheide eingeführt, sodass das Innere der Gebärmutter genau beurteilt werden kann. Die Untersuchung dauert etwa 10 bis 20 Minuten und wird meist im Krankenhaus unter Vollnarkose durchgeführt. Währenddessen werden Gewebeproben entnommen (Biopsie).(2)(3)
Bei Bedarf wird die Gebärmutterspiegelung mit einer Ausschabung (Abrasio) kombiniert. Dabei wird die Gebärmutterschleimhaut vollständig entfernt, um möglichst viele krankhaft veränderte Zellen zu erfassen.(2) Die entnommenen Gewebeproben werden im Labor untersucht. Sobald das Ergebnis vorliegt, bespricht die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt es mit der Patientin. Dabei geht es nicht nur um den Befund, sondern gegebenenfalls auch um die Einschätzung der Tumoraggressivität – eine wichtige Grundlage für die weitere Behandlung.(2)
Bildgebende Verfahren helfen bei der Diagnose
Besteht der Verdacht auf Gebärmutterkörperkrebs, können weitere bildgebende Untersuchungen folgen. Dazu zählt beispielsweise die Magnetresonanztomografie (MRT). Sie arbeitet mit starken Magnetfeldern, setzt Patient*innen also keiner Strahlenbelastung aus. Mithilfe der MRT können Ärzte und Ärztinnen beurteilen, wie tief der Tumor in die Gebärmutterwand eingewachsen ist und ob angrenzende Strukturen, etwa der Gebärmutterhals, betroffen sind. Auch Lymphknoten sowie der Becken- und Bauchraum lassen sich darstellen.(2), (3)
Auch die Computertomografie (CT) eignet sich zur weiteren Diagnostik. In bestimmten Fällen ist eine Kombination aus CT und Positronen-Emissions-Tomografie (PET-CT) sinnvoll. Dabei wird ein Kontrastmittel verabreicht, das bestimmte Strukturen im Körper deutlicher hervorhebt.(2)
Zur Abklärung einer möglichen Ausbreitung des Krebses auf andere Organe im Bauchraum wird zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durch die Bauchdecke durchgeführt. Dabei führt die Ärztin oder der Arzt einen Schallkopf über den Bauch. Die Schallwellen werden in Bilder umgewandelt, sodass die inneren Organe auf einem Monitor sichtbar sind.(2), (3)
Möglichkeiten der Früherkennung
Derzeit haben Frauen in Deutschland keinen Anspruch auf standardisierte Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs, wie sie etwa zur Früherkennung von Brustkrebs oder Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) existieren. Es gibt bislang auch keine Methode, die flächendeckend eingesetzt wird und die Erkrankung bei Beschwerdefreiheit zuverlässig erkennt. Dennoch wird Gebärmutterkörperkrebs häufig in einem frühen Stadium diagnostiziert, da er meist deutlich wahrnehmbare Symptome verursacht. Aus diesem Grund ist die Prognose in vielen Fällen gut. (5)
Ungewöhnlich starke Monats- oder Zwischenblutungen haben meist harmlose Ursachen, können jedoch auch ein Hinweis auf Gebärmutterkörperkrebs sein. Es ist deshalb wichtig, solche Symptome ärztlich abklären zu lassen. Für die Diagnostik stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, darunter körperliche Untersuchungen, bildgebende Verfahren und Laboranalysen.
Quellen:
- Journal Onkologie: „Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)“. Verfügbar unter: https://www.journalonko.de/gynaekologische-tumoren/endometriumkarzinom/gebaermutterkoerperkrebs-endometriumkarzinom. April 2026.
- Krebsinformationsdienst: „Diagnose Endometriumkarzinom“: Untersuchungen bei Krebsverdacht. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/gebaermutterkoerperkrebs/diagnostik. April 2026.
- Onko Internetportal: „Gebärmutterkörperkrebs, Endometriumkarzinom – Diagnose“. Verfügbar unter: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/gebaermutterkoerperkrebs/diagnose.html. April 2026.
- Frauengesundheitsportal (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): „Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)“. Verfügbar unter: https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/krebserkrankungen/gebaermutterkoerperkrebs/. April 2026.
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): „Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)“. Verfügbar unter: https://gesund.bund.de/gebaermutterkoerperkrebs. April 2026.
NP-DE-DST-WCNT-250014; 04/26