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Multiples Myelom: Alternativ- und Komplementärmedizin

Viele Patient*innen mit Multiplem Myelom suchen nach zusätzlichen Möglichkeiten, ihre Beschwerden zu reduzieren und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Dazu zählen auch alternative und komplementäre Therapien – doch was genau versteht man darunter, und welche Möglichkeiten gibt es?

Alternativ- und Komplementärmedizin beim Multiplen Myelom

Mit Alternativmedizin sind Verfahren gemeint, die anstelle wissenschaftlich fundierter Krebstherapien eingesetzt werden. Setzen Betroffene beim Multiplen Myelom ausschließlich auf alternative Methoden, verzichten sie auf bewährte Standardtherapien wie Chemotherapie oder Stammzelltransplantation. Dadurch erhöht sich das Risiko für eine Verschlechterung und weitere gesundheitliche Komplikationen.(1) Aus diesem Grund wird beim Multiplen Myelom von einer alternativmedizinischen Behandlung abgeraten.

Komplementärmedizin bedeutet hingegen, dass ergänzende Methoden zusätzlich zur Standardtherapie angewendet werden. Diese Verfahren ersetzen bewährte Behandlungen nicht. Ziel ist es vielmehr, die schulmedizinische Therapie zu begleiten, um Nebenwirkungen von Medikamenten zu lindern oder das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.(1) 

Weder die Alternativ- noch die Komplementärmedizin können ein Multiples Myelom heilen oder in seiner Entwicklung kontrollieren. Daher ist es entscheidend, dass Betroffene jede geplante alternativmedizinische oder komplementäre Therapie vorab mit ihrem Behandlungsteam besprechen.(1)

Mögliche Wirkungen der Komplementärmedizin

Einige komplementärmedizinische Methoden können, so lassen Studienergebnisse vermuten, Nebenwirkungen schulmedizinischer Therapien, wie Müdigkeit, Übelkeit oder Schmerzen, reduzieren. Andere Verfahren fördern die Entspannung und das allgemeine Wohlbefinden. Zu den häufig genutzten Methoden gehören Bewegungstherapie, Entspannungstechniken wie Meditation oder Qigong sowie die Behandlung mit pflanzlichen Präparaten. Beispielsweise kann Ingwer gegen Übelkeit helfen, während Ginseng bei starker Erschöpfung unterstützend wirken kann. Auch Musik- und Kunsttherapie können dazu beitragen, das seelische Gleichgewicht zu stabilisieren.(1)

Auch körperliche Aktivität kann das Wohlbefinden verbessern und Beschwerden wie Müdigkeit oder Schlafstörungen lindern. Schon regelmäßige Spaziergänge, leichtes Radfahren, Gymnastik oder sanftes Krafttraining können spürbare Effekte haben. Bewegung kann zudem helfen, Ängste und depressive Verstimmungen zu reduzieren.(2)

Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen: Wichtig ist, eine Bewegungsform zu wählen, die Freude macht und sich gut in den Alltag integrieren lässt. Betroffene sollten vorab mit ihrem Behandlungsteam besprechen, welche Art und Intensität der Aktivität geeignet ist. Auf diese Weise kann Bewegung dazu beitragen, dass Patient*innen die Behandlung besser verkraften und ihr allgemeines Wohlbefinden steigt.(2)

Mögliche Risiken der Komplementärmedizin

Falls Sie sich für eine komplementärmedizinische Behandlung entscheiden, sollten Sie beachten, dass auch solche Verfahren mögliche Risiken bergen. Manche Therapien werden als „natürlich“ oder „sanft“ beworben, sind aber deswegen nicht automatisch harmlos.(1)

So können etwa bei der Einnahme pflanzlicher Arzneimittel Wechselwirkungen mit Krebstherapien auftreten. Sie können beispielsweise eine Chemotherapie abschwächen oder ihre Nebenwirkungen verstärken. Ein Beispiel ist Johanniskraut, das den Abbau von Medikamenten in der Leber beeinflussen und dadurch ihre Wirksamkeit verringern kann. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie hoch dosiertes Vitamin C können die Wirkung von Krebstherapien beeinflussen. Ähnliche Effekte wurden bei Extrakten aus grünem Tee beobachtet.(1)

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für komplementäre und alternative Therapien werden meist nicht von den Krankenkassen übernommen, da für die meisten Verfahren kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis vorliegt. Manche Kassen bieten jedoch bestimmte Therapien als freiwillige Zusatzleistungen an, zum Beispiel Kurse für Entspannung, Yoga oder Akupunktur bei Schmerzen. Ob solche Leistungen bei Ihrer Krankenkasse verfügbar sind, sollten Sie vorab erfragen. Private Krankenversicherungen übernehmen die Aufwendungen für komplementäre Behandlungen meist nur eingeschränkt. Häufig hängt es vom individuellen Vertrag ab, ob die Kosten für bestimmte Leistungen erstattet werden.(1)

Von Alternativmedizin, die Standardtherapien ersetzt, wird beim Multiplen Myelom abgeraten. Komplementärmedizin hingegen kann ergänzend zur Standardtherapie eingesetzt werden, um Beschwerden wie Müdigkeit, Schmerzen oder Übelkeit zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen. Betroffene sollten alle komplementärmedizinischen Maßnahmen stets mit ihrem Behandlungsteam besprechen, damit die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung gewährleistet bleibt.

Quellen:

  1. DKFZ/Krebsinformationsdienst: Alternative Medizin und Komplementärmedizin bei Krebs. Verfügbar unter:  https://www.krebsinformationsdienst.de/komplementaere-und-alternative-krebsmedizin. Januar 2026.
  2. DKFZ/Krebsinformationsdienst: Bewegung und Sport: Tipps für Krebspatienten. Verfügbar unter:  https://www.krebsinformationsdienst.de/alltag-mit-krebs/sport-und-bewegung. Januar 2026.

NP-DE-MMU-WCNT-250013; 01/26