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Multiples Myelom: Anzeichen, Symptome und Risikofaktoren
Ein Multiples Myelom (Knochenmarkkrebs) entwickelt sich in vielen Fällen schleichend und zunächst ohne typische Symptome. Dennoch gibt es einige mögliche Anzeichen und Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollten. Hier finden Sie eine kompakte Zusammenstellung der wichtigsten Informationen.
Symptome eines Multiplen Myeloms
Ein Multiples Myelom entwickelt sich in der Regel zunächst ohne wahrnehmbare Beschwerden. Zum Zeitpunkt der Diagnose ist etwa ein Viertel der Betroffenen symptomfrei. Häufig wird die Erkrankung zufällig entdeckt, beispielsweise im Rahmen einer routinemäßigen Blutuntersuchung. (1)
Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn sich veränderte Zellen im Knochenmark ausbreiten und die Blutbildung beeinträchtigen. Zusätzlich können sich im Körper verschiedene funktionslose Proteine bilden, die ebenfalls Symptome verursachen.(1)
Wenn Sie bei sich eine ungewöhnliche Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, anhaltende Schwäche oder einen Leistungsabfall bemerken, sollten Sie vorsorglich Ihre hausärztliche Praxis aufsuchen. Mögliche Symptome eines Multiplen Myeloms sind auch wiederkehrende Infekte, Appetitlosigkeit, Übelkeit sowie Gewichtsverlust. Auch Schmerzen beim Wasserlassen oder auffällig schäumender Urin können Hinweise auf die Erkrankung sein. Knochenschmerzen und Knochenbrüche zählen ebenfalls zu den häufigeren Symptomen eines Multiplen Myeloms. Diese Beschwerden können aber auch zahlreiche andere Ursachen haben.(1)
Bei einigen Betroffenen treten Hautveränderungen auf – etwa nässende Ausschläge, Juckreiz, Verhornungsstörungen, blaue Flecken oder Nagelerkrankungen.(2)
Deutlich seltener sind Symptome wie Schwindel, Gedächtnisstörungen, Sehstörungen, Durchblutungsstörungen oder eine erhöhte Blutungsneigung. Lagern sich im Körper bestimmte Eiweiße ab, können zudem Herzbeschwerden, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt oder Nervenschmerzen auftreten.(1)
Wichtig zu wissen: Obwohl das Multiple Myelom medizinisch zu den Lymphomen zählt, sind bei den meisten Patient*innen keine vergrößerten Lymphknoten festzustellen.(1)
Risikofaktoren für ein Multiples Myelom
Warum Menschen an einem Multiplen Myelom erkranken, lässt sich in den meisten Fällen nicht eindeutig klären. Forschende haben jedoch mehrere Risikofaktoren identifiziert. Dazu zählt der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, etwa Pestiziden, dem Lösungsmittel Benzol, anderen Lösungsmitteln sowie Produkten der Erdölraffination oder der Gummiverarbeitung. Auch eine höhere Belastung durch ionisierende, also radioaktive Strahlung erhöht das Erkrankungsrisiko. Darüber hinaus werden chronische Infektionen und Fettleibigkeit (Adipositas) mit einer erhöhten Erkrankungshäufigkeit in Verbindung gebracht. Welche Rolle genetische Faktoren spielen, ist bislang unklar. Eine familiäre Häufung wird nur selten beobachtet.(3)
Ein höheres Lebensalter ist ebenfalls ein wichtiger Risikofaktor. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung, denn bei Zellteilungen kommt es im Laufe des Lebens immer wieder zu Schäden am Erbgut. Zwar repariert der Körper viele dieser Defekte, jedoch nicht alle. Geschädigte Zellen können bestehen bleiben und in einigen Fällen zur Krebsentstehung beitragen.(4)
Ein weiterer Risikofaktor ist die sogenannte monoklonale Gammopathie unbekannter Signifikanz (MGUS). Dabei handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern um eine gutartige Vorstufe bestimmter Krankheiten des blutbildenden Systems. Betroffen sind Plasmazellen, also spezialisierte weiße Blutkörperchen, die funktionslose Eiweiße produzieren. Etwa eine von 100 Personen mit MGUS erkrankt pro Jahr an einem Multiplen Myelom.(5)
Früherkennung eines Multiplen Myeloms
Derzeit existieren in Deutschland keine Programme zur Früherkennung eines Multiplen Myeloms oder einer monoklonalen Gammopathie unbekannter Signifikanz. Der Grund dafür ist, dass eine frühzeitige Diagnose nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand weder die Prognose verbessert noch das Überleben verlängert.(5)
Treten bei Ihnen plötzlich Symptome oder Beschwerden wie die oben genannten auf, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Für eine erste Abklärung reicht in vielen Fällen ein Blutbild aus.
Ein Multiples Myelom entwickelt sich meist langsam und bleibt lange unbemerkt. Frühe Symptome wie Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, Knochenschmerzen oder Gewichtsverlust sind unspezifisch. Zu den bekanntesten Risikofaktoren zählen ein höheres Lebensalter, der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, die Belastung durch radioaktive Strahlung, chronische Infektionen sowie MGUS. Bislang stehen keine verlässlichen Methoden zur gezielten Früherkennung eines Multiplen Myeloms zur Verfügung.
Quellen:
- Krebsinformationsdienst (DKFZ): „Beschwerden bei Leukämien: Symptome erkennen“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/multiples-myelom/symptome. Januar 2026.
- Springer Medizin: „Hautveränderungen durch Gammopathien“. Verfügbar unter: https://www.springermedizin.de/emedpedia/detail/braun-falcos-dermatologie-venerologie-und-allergologie/hautveraenderungen-durch-gammopathien?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-49546-9_91. Januar 2026.
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO): „Multiples Myelom“. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html. Januar 2026.
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO): „Multiples Myelom – Ursachen und Symptome“. Verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/multiples-myelom-plasmozytom-morbus-kahler/ursachen-und-symptome.html. Januar 2026.
- Krebsinformationsdienst (DKFZ): „Risikofaktoren für ein Multiples Myelom“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/multiples-myelom/risikofaktoren-und-frueherkennung. Januar 2026.
NP-DE-MMU-WCNT-250016; 01/26