Zum Seitenanfang springen

Zwei Paar Hände halten einander fest vor einem Hintergrund aus einem lila Kreis umrandet von einem gelben Kreis.

Multiples Myelom: 
Behandlungsmöglichkeiten

Das Multiple Myelom ist bislang nicht heilbar. Mit modernen Therapien gelingt es Ärzt*innen jedoch, die Erkrankung zurückzudrängen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird die Therapie beim Multiplen Myelom geplant?

Wurde ein Multiples Myelom diagnostiziert, erfolgt meist die Überweisung in eine hämatoonkologische Facharztpraxis. Diese ist auf Erkrankungen des Blutes (Hämatologie) sowie auf Krebserkrankungen (Onkologie) spezialisiert.(1)

Die Behandlung hat das Ziel, die Krankheit so weit wie möglich zurückzudrängen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine Heilung ist mit den derzeit verfügbaren Medikamenten nicht möglich. Es gibt jedoch Möglichkeiten, das Multiple Myelom langfristig zu kontrollieren.(1)

Welche Therapie passend ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen vor allem das Alter und die körperliche Verfassung von Patient*innen sowie mögliche Vorerkrankungen anderer Organsysteme. Deshalb werden vor Beginn der Behandlung zahlreiche Untersuchungen durchgeführt.(1)

Wann sollte mit der Therapie eines Multiplen Myeloms begonnen werden?

Nicht immer wird empfohlen, die Behandlung sofort einzuleiten. Ein unmittelbarer Therapiestart ist erforderlich, wenn die Erkrankung bereits Knochen oder Organe geschädigt hat. Auch wenn bestimmte Befunde (z. B. aus Untersuchungen von Knochenmark oder Blutserum) darauf hinweisen, dass Organschäden auftreten könnten, sollte mit der Behandlung begonnen werden. Das gilt ebenfalls, wenn Patient*innen Schmerzen haben, häufig krank sind, Fieber bekommen, nachts stark schwitzen oder unbeabsichtigt Gewicht verlieren.(1), (2)

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Nach aktuellem Stand der Forschung gilt beim Multiplen Myelom die Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Transplantation eigener Blutstammzellen (autologe Stammzelltransplantation) als die wirksamste Behandlung. Ziel ist es, möglichst alle Krebszellen im Knochenmark zu zerstören. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einer Komplettremission. Das bedeutet, dass bei Untersuchungen keine Anzeichen der Erkrankung mehr nachweisbar sind.(1), (3

Ist bei Ihnen eine Hochdosis-Chemotherapie möglich und angezeigt, erhalten Sie zu Beginn eine Kombinationstherapie aus mehreren Medikamenten, um die Zahl der Myelomzellen im Körper zu verringern. Anschließend werden Ihrem Blut Blutstammzellen entnommen. Erst dann erfolgt die Hochdosistherapie, um verbliebene Krebszellen zu eliminieren. Diese Behandlung zerstört jedoch auch das Knochenmark. Damit die Blutbildung wieder einsetzen kann, werden Ihre Stammzellen im Anschluss zurücktransplantiert. Sie siedeln sich im Knochenmark an und beginnen nach einiger Zeit erneut mit der Blutbildung.(1)

Über mögliche Nebenwirkungen wird Ihr Behandlungsteam Sie ausführlich informieren. Da das Immunsystem durch die Therapie geschwächt wird, kann es beispielsweise vermehrt zu Infekten kommen. Auch Müdigkeit, eine erhöhte Blutungsneigung und Beschwerden wie Übelkeit, Schleimhautentzündungen oder Schmerzen können auftreten. Gut zu wissen: In spezialisierten Behandlungszentren gibt es zahlreiche Möglichkeiten, solche Nebenwirkungen wirksam zu lindern.(1)

An eine Stammzelltransplantation schließt sich häufig eine sogenannte Erhaltungstherapie an, um ein Wiederauftreten der Erkrankung hinauszuzögern. Dabei nehmen Patient*innen über einen Zeitraum von zwei oder mehr Jahren Medikamente ein. Wie bei allen Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten, die jedoch individuell unterschiedlich ausfallen. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese zu reduzieren.(1)

Gibt es Alternativen zur Stammzelltransplantation?

Nicht alle Patient*innen mit Multiplem Myelom kommen für eine Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation infrage. Insbesondere im höheren Lebensalter und bei bestehenden Vorerkrankungen ist diese Behandlungsstrategie oft nicht geeignet. In solchen Fällen stehen alternative Therapien zur Verfügung. Ärztinnen und Ärzte kombinieren beispielsweise verschiedene Medikamente. Auf diese Weise lässt sich das Multiple Myelom häufig über einen längeren Zeitraum kontrollieren. Die Behandlung wird individuell an die persönliche Situation angepasst. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt informiert Sie auch bei dieser Therapie über mögliche Nebenwirkungen und geeignete Maßnahmen zu deren Linderung.(1)

Auch Antikörpertherapien spielen eine wichtige Rolle. Sie richten sich gegen spezifische Strukturen auf der Oberfläche von Myelomzellen und tragen über verschiedene Mechanismen dazu bei, diese zu zerstören.(1), (3)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Rückfall?

Wenn das Multiple Myelom nach einer zunächst erfolgreichen Behandlung erneut auftritt oder sich der Gesundheitszustand verschlechtert, stehen weitere Therapieoptionen zur Verfügung. Zu den modernen Behandlungsmöglichkeiten zählt die CAR-T-Zell-Therapie. Dabei werden Immunzellen entnommen, im Labor verändert und dem Körper anschließend über eine Infusion zurückgegeben. Die veränderten Zellen können sich vermehren, Krebszellen erkennen und gezielt bekämpfen. Die CAR-T-Zell-Therapie ist jedoch erst bei einem Rezidiv zugelassen.(1)

Welche Behandlung für welche Betroffenen geeignet ist, hängt unter anderem von ihrem Gesundheitszustand, den bisherigen Therapien sowie den persönlichen Wünschen ab. Manche Patient*innen möchten alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ihre Lebenszeit zu verlängern. Andere legen mehr Wert auf Lebensqualität und verzichten bewusst auf zusätzliche Krebstherapien. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, sich auf die Behandlung der Beschwerden zu konzentrieren. Lassen Sie sich hierzu gegebenenfalls ausführlich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, und sprechen Sie offen über Ihre persönlichen Wünsche.(1)

Ein Multiples Myelom ist zwar nicht heilbar, kann jedoch mit modernen Therapien oft gut kontrolliert werden. Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung zurückzudrängen, Organschäden zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern. Je nach Alter, Gesundheitszustand und Vorerkrankungen kommen unterschiedliche Therapieansätze infrage, darunter die Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation, medikamentöse Kombinationstherapien sowie Antikörper- und CAR-T-Zell-Therapien.

Quellen:

  1. Krebsinformationsdienst: „Therapie Multiples Myelom: Behandlung und Nebenwirkungen“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/multiples-myelom/behandlung. April 2026.
  2. Kompetenznetz Maligne Lymphome: „Therapie Multiples Myelom“. Verfügbar unter: https://lymphome.de/multiples-myelom/therapie. April 2026.
  3. Onkopedia: „Multiples Myelom“. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/multiples-myelom/@@guideline/html/index.html. April 2026.

NP-DE-MMU-WCNT-250015; 04/26