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Multiples Myelom: Reha & Nachsorge
Nach der Therapie eines Multiplen Myeloms rät das Behandlungsteam meist zu einer Rehabilitation sowie zur Nachsorge. Worauf sollten Sie sich einstellen, und was kommt auf Sie zu? Die wichtigsten Details finden Sie hier.
Reha und Nachsorge beim Multiplen Myelom – was ist der Unterschied?
Rehabilitation und Nachsorge verfolgen bei einer Krebserkrankung wie dem Multiplen Myelom unterschiedliche Ziele. Die Reha beginnt meist einige Wochen nach der eigentlichen Behandlung oder schließt sich direkt an die stationäre Behandlung im Krankenhaus an. Sie soll dazu beitragen, die körperlichen und seelischen Folgen der Therapie besser zu bewältigen. Gleichzeitig unterstützt sie Betroffene dabei, wieder in den Beruf und ihr soziales Leben zurückzufinden. Eine Reha ist beim Multiplen Myelom ambulant oder stationär in Rehakliniken möglich.(1)
Im Unterschied dazu dient die Nachsorge der medizinischen Kontrolle der Erkrankung. Das Behandlungsteam überprüft regelmäßig, wie aktiv das Multiple Myelom ist, ob ein Rückfall droht und ob es im Knochenmark, in den Nieren oder im Blut Auffälligkeiten gibt. Auch Nebenwirkungen der Behandlung können so früh erkannt werden. Sollte sich der Gesundheitszustand verschlechtern, kann das Behandlungsteam schnell eingreifen und beispielsweise eine andere Therapie empfehlen.(1)
Wie läuft eine Reha beim Multiplen Myelom ab?
Bei der Reha geht es vor allem darum, mögliche Folgen der Krankheit und der Therapie zu lindern sowie Strategien zu entwickeln, um diese besser zu bewältigen. Gleichzeitig soll die Reha Betroffenen dabei helfen, Schritt für Schritt in den Alltag, in das soziale Umfeld und in das Berufsleben zurückzufinden.(1)
Eine besondere Form der Reha ist die Anschlussheilbehandlung (AHB), die direkt nach einem Krankenhausaufenthalt beginnt und die gleichen Leistungen beinhaltet wie eine medizinische Reha. Beim Multiplen Myelom können Reha-Maßnahmen auch zwischen einzelnen Behandlungseinheiten sinnvoll sein. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wann für Sie der ideale Zeitpunkt ist, eine Reha-Maßnahme zu beginnen.(1)
Grundsätzlich werden alle Angebote während der Reha auf die persönliche Situation der Betroffenen abgestimmt. Die Bewegungstherapie hilft zum Beispiel, Kraft und Ausdauer aufzubauen. Die Ergotherapie unterstützt dabei, alltägliche Handlungen wieder selbstständig auszuführen (z. B. Anziehen, Körperpflege). Mit Physiotherapie werden gezielt Beschwerden des Bewegungsapparats behandelt. Als ergänzende Maßnahmen können Betroffene eine Ernährungsberatung erhalten, Entspannungstechniken erlernen, eine Bädertherapie in Anspruch nehmen oder eine sozialrechtliche Beratung erhalten.(1)
Was kommt bei der Nachsorge auf Sie zu?
Nach der Behandlung des Multiplen Myeloms ist eine regelmäßige Nachsorge sehr wichtig. Sie dient dazu, die Krankheit im Blick zu behalten, Rückfälle frühzeitig zu erkennen und bei Nebenwirkungen der Therapie rechtzeitig reagieren zu können.(1)
Zum Hintergrund: Das Multiple Myelom gilt nach aktuellem medizinischem Stand als nicht heilbar. Allerdings haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren stark verbessert. Mit modernen Therapien gelingt es Ärzt*innen oft, das Multiple Myelom gut zu kontrollieren. Dabei versuchen sie, die Krankheit so weit wie möglich zurückzudrängen (Remission) und ein Fortschreiten langfristig zu verhindern. Daher ist in der Regel eine lebenslange Nachsorge notwendig.(1), (2)
Bei den Nachsorgeterminen selbst erkundigt sich die Ärztin oder der Arzt nach dem aktuellen Befinden, führt körperliche Untersuchungen durch und kontrolliert Blut- und Urinwerte. So lässt sich feststellen, wie aktiv die Erkrankung ist.(1)
Wie oft diese Kontrollen stattfinden, hängt von der individuellen Situation ab. Während einer Therapie empfehlen Expert*innen meist Kontrollen alle zwei bis drei Monate, manchmal auch in kürzeren Abständen. Ist die Erkrankung stabil, reichen Nachsorgetermine alle drei bis sechs Monate aus. Wenn das Myelom nur schwer kontrolliert werden kann oder Begleiterkrankungen vorliegen, sind häufigere Untersuchungen erforderlich. Wichtig: Falls bei Ihnen zwischen zwei Untersuchungsterminen Beschwerden auftauchen, sollten Sie Ihr Behandlungsteam zeitnah kontaktieren und nicht bis zum nächsten Nachsorgetermin warten.(1), (2)
Multiples Myelom und Schwangerschaft
Zwar erkranken meist ältere Frauen am Multiplen Myelom, aber auch jüngere Frauen im gebärfähigen Alter und mit Kinderwunsch können betroffen sein. Bei ihnen ist eine Schwangerschaft möglich, allerdings sollten Frauenärztinnen und -ärzte hier eng mit Hämatolog*innen (Fachärzt*innen für Erkrankungen des Blutes) zusammenarbeiten. Sie werden sowohl das Multiple Myelom als auch die Schwangerschaft engmaschig kontrollieren. Auch die Therapie selbst wird in diesem Fall möglicherweise angepasst. Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam frühzeitig auf eine geplante Schwangerschaft an. Gemeinsam können Sie klären, welche Möglichkeiten es für Sie gibt.(3)
Nach der Behandlung des Multiplen Myeloms folgen in der Regel Rehabilitationsmaßnahmen und eine engmaschige Nachsorge. Die Rehabilitation unterstützt Betroffene dabei, wieder zu Kräften zu kommen und in den Alltag zurückzukehren. Ergänzend dient die Nachsorge der kontinuierlichen medizinischen Kontrolle, um eine mögliche Verschlechterung frühzeitig zu erkennen und die Therapie bei Bedarf anzupassen. Bei Fragen, auch zu einem möglichen Kinderwunsch, wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam.
Quellen:
- DKFZ/Krebsinformationsdienst: „Verlaufskontrollen, Reha, Nachsorge beim Multiplen Myelom“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/multiples-myelom/nachsorge-und-reha. März 2026.
- Kompetenznetz Maligne Lymphome: „Multiples Myelom – Nachsorge“. Verfügbar unter: https://lymphome.de/multiples-myelom/nachsorge. März 2026.
- Artur Jurczyszyn et al.: „Multiple Myeloma in Pregnancy – A Review of the Literature and a Case Series“. Clin Lymphoma Myeloma Leuk. März 2016; 16(3): e39–45. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26847816/. März 2026.
NP-DE-MMU-WCNT-250014; 04/26