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Myelofibrose: Alternativ- & Komplementärmedizin

Was können Alternativ- und Komplementärmedizin bei Myelofibrose bewirken? Ein Überblick über Möglichkeiten, Risiken und Grenzen.

Alternativ- und Komplementärmedizin –
Unterschiede und Wirkung

Viele Patient*innen mit Myelofibrose beschäftigen sich im Verlauf ihrer Erkrankung mit ergänzenden oder alternativen Behandlungsmethoden. Doch was genau ist darunter zu verstehen?

Grundsätzlich wird zwischen Alternativ- und Komplementärmedizin unterschieden. Alternativmedizinische Verfahren zielen darauf ab, die schulmedizinische Behandlung zu ersetzen. Ein solches Vorgehen ist mit Risiken verbunden, da sich so der Beginn einer wissenschaftlich geprüften Behandlung verzögern kann oder diese gar nicht erst eingeleitet wird. Medizinische Fachleute raten daher davon ab, alternativmedizinische Verfahren anstelle etablierter Therapien einzusetzen. Aus diesem Grund wird im Folgenden vor allem auf die Komplementärmedizin näher eingegangen.(1)

Die Komplementärmedizin versteht sich als Ergänzung zu etablierten Therapien. Sie kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Nebenwirkungen abzumildern und die Lebensqualität zu verbessern. Wichtig zu wissen: Weder die Alternativ- noch die Komplementärmedizin können Myelofibrose heilen oder das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.(1)

Komplementärmedizin: Möglichkeiten und Nutzen

Besonders gut untersucht sind sogenannte Mind-Body-Verfahren wie Yoga, Tai-Chi, Qigong, Achtsamkeitstraining oder Meditation. Sie können Krebspatient*innen helfen, besser mit chronischer Erschöpfung (Fatigue), Schlafproblemen, Ängsten oder Stress umzugehen. Grundsätzlich sind Bewegung und Sport wichtige Bestandteile komplementärer Maßnahmen. Körperliche Aktivität kann Erschöpfung verringern, die Leistungsfähigkeit steigern und Nebenwirkungen der Behandlung lindern. Zudem wirkt sich Bewegung positiv auf Herz, Kreislauf, Muskulatur, Knochen und das seelische Wohlbefinden aus. Ob Spaziergänge, Radfahren, Yoga oder gezieltes Training – viele Formen körperlicher Aktivität sind möglich und sinnvoll, sofern sie dem individuellen Gesundheitszustand angepasst werden.(2) Wichtig zu wissen: Es gibt keine pauschalen Empfehlungen dafür, wie ein optimales Bewegungsprogramm aussehen sollte. Suchen Sie sich etwas aus, was Ihnen Freude bereitet, und stimmen Sie körperliche Aktivitäten immer auch mit Ihrem Behandlungsteam ab.(2)

Darüber hinaus kann beispielsweise Akupunktur dazu beitragen, Übelkeit, Schmerzen oder Schlafstörungen zu lindern. Auch bestimmte pflanzliche Mittel können unterstützend eingesetzt werden: Ingwer wird bei Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie empfohlen, Ginseng kann gegen Müdigkeit helfen, und Mistelpräparate können das allgemeine Wohlbefinden verbessern.(1)

Risiken bei komplementärmedizinischen Verfahren

Wenn Sie die Einnahme pflanzlicher oder anderer komplementärmedizinischer Präparate in Erwägung ziehen, sollten Sie dies stets mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Denn „natürlich“ bedeutet keineswegs „harmlos“. Manche Wirkstoffe können die Krebstherapie beeinträchtigen. So können hoch dosiertes Vitamin C oder bestimmte Inhaltsstoffe aus grünem Tee die Wirkung mancher Chemotherapien schwächen. Johanniskraut kann den Abbau von Krebsmedikamenten in der Leber beschleunigen und dadurch ebenfalls deren Wirksamkeit mindern. Daher gilt: Stimmen Sie die Anwendung entsprechender Präparate unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.(1)

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Viele Behandlungen aus dem Bereich der Komplementär- oder Alternativmedizin werden von den Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernommen und müssen daher selbst finanziert werden. Sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherungen erstatten in der Regel nur Therapien, deren Nutzen wissenschaftlich ausreichend belegt ist. Da viele Verfahren diese Voraussetzung nicht erfüllen, können insbesondere bei längerfristiger Anwendung erhebliche Kosten entstehen.(1)

Es gibt jedoch Ausnahmen: Einige Krankenkassen unterstützen Mind-Body-Therapien, übernehmen einen Teil der Kosten oder haben entsprechende Angebote in ihre eigenen Gesundheitsprogramme aufgenommen. Dabei handelt es sich allerdings um freiwillige Leistungen. Wenden Sie sich bei Interesse am besten direkt an Ihre Krankenversicherung.(1)

Komplementärmedizin kann die Behandlung von Myelofibrose sinnvoll ergänzen, indem sie Beschwerden lindert und die Lebensqualität verbessert. Sie ersetzt jedoch keine medizinisch notwendige Therapie. Entscheidend ist, dass alle ergänzenden Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Behandlungsteam erfolgen. Von Alternativmedizin raten medizinische Fachleute hingegen grundsätzlich ab, da sie wissenschaftlich geprüfte Therapien nicht ersetzen kann.

Quellen:

  1. DKFZ/Krebsinformationsdienst: „Alternative Medizin und Komplementärmedizin bei Krebs“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/komplementaere-und-alternative-krebsmedizin. April 2026.
  2. DKFZ/Krebsinformationsdienst: „Bewegung und Sport: Tipps für Krebspatienten“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/alltag-mit-krebs/sport-und-bewegung. April 2026.

NP-DE-MML-WCNT-250009; 05/26