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Myelofibrose: Anzeichen, Symptome und Risikofaktoren
Die Myelofibrose ist eine seltene und chronische Erkrankung des Knochenmarks. Welche Symptome treten dabei auf? Und welche Risikofaktoren kennt die Forschung? Erfahren Sie mehr über diese Krebserkrankung.
Primäre oder sekundäre Myelofibrose
Die primäre Myelofibrose ist eine eigenständige Erkrankung, während die sekundäre Myelofibrose eine Folgeerkrankung anderer Leiden ist.(1), (2)
Symptome einer primären Myelofibrose
Bei einer primären Myelofibrose entwickeln sich die Symptome schleichend, oft über Jahre hinweg. Es kann dauern, bis Patientinnen und Patienten Veränderungen bemerken. Viele haben längere Zeit gar keine Beschwerden. Oft entdecken Ärztinnen und Ärzte die Erkrankung zufällig, etwa bei einem Routinetermin oder bei einer Untersuchung wegen lang anhaltender grippaler Infekte. Programme zur Früherkennung gibt es bisher
nicht.(1), (2)
Es gibt nur wenige charakteristische Symptome, die auf eine Myelofibrose hinweisen können. Zu den Warnsignalen gehört zum Beispiel eine Anämie (Blutarmut), die sich durch Müdigkeit, Erschöpfung und ein allgemeines Krankheitsgefühl äußert. Auch wenn Sie häufiger Nasenbluten haben, bei leichten Verletzungen ungewöhnlich stark bluten oder vermehrt blaue Flecken bei sich entdecken, ist Aufmerksamkeit gefordert. Bei einer Myelofibrose sinkt die Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), wodurch es zu häufigeren (Ein-)Blutungen kommt. Eine auffällig hohe Zahl an Infektionen sollten Sie ebenfalls ärztlich abklären lassen: Bei einer Myelofibrose kann die Zahl der weißen Blutkörperchen abnehmen (Leukopenie) – das erhöht die Infektionsanfälligkeit.(1), (2)
Fieber über 38 °C, ohne dass eine Infektion vorliegt, ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent innerhalb von sechs Monaten oder starkes nächtliches Schwitzen gelten ebenfalls als mögliche Warnzeichen. All diese Symptome können aber auch andere Ursachen haben.(1), (2)
Ist die Myelofibrose weiter oder sehr weit fortgeschritten, treten andere Symptome auf: Bei einigen Patientinnen und Patienten vergrößern sich Leber und/oder Milz (Hepatosplenomegalie). Das führt zu Schmerzen, einem Druckgefühl im Bauch und einem frühen Sättigungsgefühl.(1), (2)
Alles in allem sind die Beschwerden bei einer Myelofibrose unspezifisch. Das heißt, sie können bei einer Vielzahl an Erkrankungen auftreten.(1), (2) Daher sollten solche Beschwerden sicherheitshalber stets ärztlich abgeklärt werden.
Symptome einer sekundären Myelofibrose
Es gibt zwei chronische Blutkrankheiten, bei denen sich bestimmte Zellen im Knochenmark unkontrolliert vermehren. Daraus kann im Krankheitsverlauf eine sekundäre Myelofibrose entstehen. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, haben Sie ähnliche Symptome wie bei der primären Myelofibrose – zusätzlich zu den Beschwerden der ursprünglichen Krankheit.(1)
Die beiden chronischen Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei denen es zu einer sekundären Myelofibrose kommen kann, sind die Polycythaemia vera und die essenzielle Thrombozythämie.
Leiden Sie an Polycythaemia vera, stellt Ihr Knochenmark zu viele rote Blutkörperchen (Erythrozyten) her. Die Erkrankung kann unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötung, Juckreiz, Kribbeln oder Brennen in Händen und Füßen, Sehstörungen und Blutungen führen.(3)
Bei einer essenziellen Thrombozythämie wiederum stellt das Knochenmark zu viele Blutplättchen (Thrombozyten) her. Das führt unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sehstörungen, einem Kribbeln oder Brennen in Händen und Füßen, Durchblutungsstörungen der Finger und Zehen, Bauchschmerzen bei vergrößerter Milz sowie zu einer verstärkten Blutungsneigung. Auch das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) ist erhöht.(4)
Risikofaktoren für eine Myelofibrose
Die Frage, welche Faktoren das Risiko erhöhen, an einer primären Myelofibrose zu erkranken, lässt sich derzeit nicht abschließend beantworten. Es gibt bekannte Risikofaktoren für Erkrankungen des blutbildenden Systems, etwa ein fortgeschrittenes Alter, hohe Strahlendosen und Kontakt zu bestimmten Chemikalien wie Benzol. Diese könnten auch bei der Myelofibrose eine Rolle spielen. Dadurch kann es zu Veränderungen in bestimmten Abschnitten des Erbguts kommen. Eine potenzielle Folge sind Veränderungen bei der Bildung verschiedener Blutzellen.(1), (5)
Die primäre Myelofibrose beginnt oft schleichend, mit wenig spezifischen Beschwerden. Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Nachtschweiß, Fieber oder Gewichtsverlust sollten Sie immer ärztlich abklären lassen. Verschiedene Erkrankungen des blutbildenden Systems erhöhen das Risiko für eine sekundäre Myelofibrose.
Quellen:
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO): Leitlinie „Primäre Myelofibrose (PMF)“. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/
onkopedia/guidelines/myelofibrose/@@guideline/html/index.html. Dezember 2025. - MSD Manuals: „Primäre Myelofibrose“. Verfügbar unter: https://www.msdmanuals.com/de/profi/h%C3%A4matologie-und-onkologie/myeloproliferative-krankheiten/prim%C3%A4re-myelofibrose. Juni 2025.
- Journal Onkologie: „Polycythaemia vera – Der seltene Blutkrebs“. Verfügbar unter: https://www.journalonko.de/haematologie/polycythaemia-vera-seltener-blutkrebs. Juni 2025.
- Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO): Leitlinie „Essentielle (oder primäre) Thrombozythämie (ET)“. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/essentielle-oder-primaere-thrombozythaemie-et/@@guideline/html/index.html. Juni 2025.
- Krebsinformationsdienst (DKFZ): „Leukämie bei Erwachsenen: Risikofaktoren und Früherkennung“. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/leukaemie/risikofaktoren-und-frueherkennung. Juni 2025.
NP-DE-ON-WCNT-250050; 09/25