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Myelofibrose: Diagnose und Untersuchung

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß: Diese Symptome können Anzeichen einer Myelofibrose sein, aber auch viele andere Ursachen haben. Wie gehen Ärzte und Ärztinnen bei der Diagnose vor? Welche Untersuchungen kommen zum Einsatz? In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige zur Diagnose von Myelofibrose.

Auf welche Fragen sollten Sie sich vorbereiten?

Oft wird eine Myelofibrose zufällig entdeckt, etwa im Rahmen einer Routineuntersuchung, denn die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und bleibt nicht selten über viele Jahre beschwerdefrei. Wenn Sie sich schon länger müde, abgeschlagen und weniger leistungsfähig fühlen als gewohnt, kann das auf eine Blutarmut (Anämie) hinweisen. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit einer Myelofibrose auf und kann sich durch blasse Haut, Atemnot bei Belastung oder Herzklopfen bemerkbar machen.(1) Auch ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Fieber ohne erkennbare Ursache können Anzeichen sein. Typisch ist zudem ein Druck- oder Völlegefühl im linken Oberbauch. All diese Beschwerden können auch harmlose Ursachen haben und deuten nicht zwangsläufig auf eine Krebserkrankung hin. Dennoch sollten Sie zeitnah einen Arzttermin vereinbaren, um die Ursachen abklären zu lassen.(1)

In einem ausführlichen Anamnesegespräch werden Sie nicht nur darum gebeten, Ihre Beschwerden genau zu beschreiben, sondern auch danach gefragt, ob in Ihrer Familie bereits Fälle von Krebserkrankungen, insbesondere von Myelofibrose, bekannt sind. Ziel ist es, Hinweise auf ein mögliches erbliches (genetisches) Risiko zu finden.(1)

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Die Diagnose einer Myelofibrose beginnt in der Regel mit einer Blutuntersuchung, dem sogenannten großen Blutbild. Sie gibt Aufschluss darüber, wie viele rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen in Ihrem Blut vorhanden sind.(1), (3)

Zu Beginn der Erkrankung haben viele Betroffene zu wenige rote Blutkörperchen. Mediziner*innen sprechen dann von einer Blutarmut (Anämie). Da rote Blutkörperchen den roten Blutfarbstoff Hämoglobin enthalten, ist auch dieser Wert bei einer Anämie niedrig. Hämoglobin transportiert Sauerstoff durch den Körper, ein Mangel kann daher Müdigkeit oder Kurzatmigkeit verursachen. Die Zahl der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen kann zu Beginn der Erkrankung sowohl erhöht als auch vermindert sein, sinkt im weiteren Verlauf aber häufig ab. Darüber hinaus können spezielle Bluttests auf Veränderungen im Erbgut (Mutationen) hinweisen.(1), (3)

Um die Diagnose zu sichern, sind häufig weitere Untersuchungen erforderlich, insbesondere eine Knochenmarkpunktion. Dabei wird eine kleine Probe aus dem Knochenmark entnommen und anschließend im Labor mikroskopisch und genetisch untersucht.(1), (3)

Der Eingriff erfolgt in der Regel am Beckenknochen. Vor der Entnahme wird die Haut gründlich desinfiziert und die Stelle örtlich betäubt. Davon bemerken Sie meist nur einen kurzen Stich. Wenn die Punktionsnadel in den Knochen eingeführt wird, kann ein kurzes Druckgefühl entstehen. Während der Entnahme verspüren einige Patient*innen einen ziehenden oder dumpfen Schmerz, der aber nach wenigen Sekunden wieder abklingt. Die Einstichstelle ist klein und wird nach der Untersuchung mit einem Pflaster versorgt. Wenn Sie Bedenken oder Angst vor dem Eingriff haben sollten, sprechen Sie Ihr Behandlungsteam darauf an. Dank der örtlichen Betäubung ist der Eingriff für die meisten Menschen gut auszuhalten, auch wenn er mitunter als unangenehm empfunden wird.(1), (3)

Welche bildgebenden Verfahren helfen bei der Diagnose?

Auch bildgebende Verfahren spielen bei der Diagnose einer Myelofibrose eine wichtige Rolle. Besonders häufig kommt die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) zum Einsatz. Mit diesem schmerzfreien und schonenden Verfahren können die Organe im Bauchraum untersucht werden. Eine vergrößerte Milz, die sogenannte Splenomegalie, ist bei Myelofibrose sehr häufig: Die meisten Betroffenen haben bereits zum Zeitpunkt der Diagnose eine spürbar vergrößerte Milz, was viele der Bauchbeschwerden erklärt. Auch die Leber kann vergrößert sein (Hepatomegalie).(1), (4)

Bei speziellen Fragen kann zusätzlich eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt werden. Vor allem mit einer CT‑Untersuchung lässt sich sehr genau beurteilen, ob Milz oder Leber vergrößert sind oder ob andere Veränderungen vorliegen. Auch diese bildgebenden Untersuchungsverfahren sind schmerzfrei.(1), (5)

Gibt es Angebote zur Früherkennung einer Myelofibrose?

Bislang ist nicht eindeutig geklärt, wie sich eine Myelofibrose frühzeitig erkennen lässt und wie sich Risikofaktoren für ihre Entstehung sicher bestimmen lassen. Gesicherte wissenschaftliche Daten dazu fehlen derzeit noch. Wenn in Ihrer Familie mehrere Fälle von Myelofibrose aufgetreten sind oder sich in mindestens drei Generationen verschiedene Krebserkrankungen häufen, kann eine humangenetische Beratung empfehlenswert
sein.(1), (4)

Typische Anzeichen, die auf eine Myelofibrose hinweisen können, sind Müdigkeit, Blutarmut und Beschwerden im Oberbauch. Für die Diagnose spielen ein ausführliches Gespräch und ein Blutbild, ergänzt durch genetische Tests, eine Knochenmarkpunktion sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT eine wichtige Rolle. Da die Erkrankung oft lange ohne Beschwerden verläuft, wird sie nicht selten zufällig entdeckt.

Quellen:

  1. Onkopedia: Myelofibrose. Verfügbar unter:  https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelofibrose/
    @@guideline/html/index.html
    . Januar 2026.
  2. Cancer Reasearch UK: Tests and treatment for myelofibrosis. Verfügbar unter: https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/myelofibrosis/tests-treatment. August 2025.
  3. Krebsinformationsdienst: Biopsie. Entnahme von Gewebe oder Zellen für die Diagnose von Krebs. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchungen-bei-krebs/biopsie. August 2025.
  4. Orphanet: Primäre Myelofibrose (PMF): Antworten auf häufig gestellte Fragen. Verfügbar unter:  https://www.orpha.net/pdfs/data/patho/Pub/Ext/de/
    PrimareMyelofibrose_DE_de_PUB_824.pdf
    . August 2025.
  5. Blum A.: Myeloproliferative Neoplasien: Grundlagen. Journal Onkologie. Verfügbar unter: https://www.journalonko.de/haematologie/myeloproliferative-neoplasien-grundlagen. August 2025.

NP-DE-MML-WCNT-250007; 11/25