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Aufklärung am Welteierstockkrebstag
Jedes Jahr erkranken in Deutschland circa 7.200 Frauen an Eierstockkrebs. Es gibt keine Früherkennungsprogramme, und der Krebs wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, da die Erkrankung zu Beginn keine Beschwerden verursacht. Um dafür das Bewusstsein zu stärken, veranstaltet die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs den Welteierstockkrebstag.(1), (2)
Welche Symptome auf Eierstockkrebs hinweisen können
Eierstockkrebs, auch Ovarialkarzinom genannt, gehört zu den gynäkologischen Krebserkrankungen und macht etwa ein Drittel dieser Erkrankungen aus. Betroffene sind bei der Diagnose durchschnittlich 68 Jahre alt, doch auch jüngere Frauen können erkranken, insbesondere bei einem erblich bedingten Risiko. Da es in Deutschland kein gesetzlich verankertes Früherkennungsangebot für Eierstockkrebs gibt und Symptome häufig erst spät auftreten, ist es umso wichtiger, Beschwerden ärztlich abklären zu lassen.(1)
Der Tumor verursacht oft erst Beschwerden, wenn er bereits in das Becken oder die Bauchhöhle eingewachsen ist. Es gibt verschiedene Symptome, die auf Eierstockkrebs hinweisen können, zum Beispiel:
- Völlegefühl
- Blähungen
- unklare Bauchschmerzen
- häufiges Wasserlassen
- Veränderungen des Stuhlgangs
- Verdauungsbeschwerden
- zunehmender Bauchumfang
- ungeplante Gewichtsabnahme
Das Auftreten dieser Symptome bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Eierstockkrebserkrankung vorliegt. Häufig stecken harmlose Ursachen dahinter. In jedem Fall sollten Sie solche Beschwerden in Ihrer hausärztlichen oder gynäkologischen Praxis abklären lassen.(1)
Alles Wichtige über die verschiedenen Schritte der Behandlung von Eierstockkrebs erfahren Sie im Beitrag zu den „Säulen der Eierstockkrebsbehandlung“.
Welteierstockkrebstag in Berlin
Um mehr Aufmerksamkeit auf die Erkrankung zu lenken, setzt die Deutsche Stiftung Eierstockkrebs mit dem Welteierstockkrebstag am Samstag, den 9. Mai 2026, erneut ein Zeichen für Aufklärung, Solidarität und Fortschritt im Bereich der gynäkologischen Krebserkrankungen. Gemeinsam mit dem Verein Gynäkologische Krebserkrankungen Deutschland e.V. wird sie an diesem Tag für mehr Information, Austausch und öffentliche Sichtbarkeit eintreten.(2)
Unter dem Motto „Zweitmeinung und Qualitätssicherung“ wird es in Berlin praxisnahe Workshops und Expert*innengespräche geben, die Patientinnen, Angehörige und Fachkräfte zusammenbringen. So können sich Betroffene über Diagnosen, Therapieoptionen und Qualitätsstandards in der gynäkoonkologischen Versorgung informieren und mehr Sicherheit bei der Entscheidungsfindung gewinnen.(2)
Mehr zu den Themen Zweitmeinung und Kommunikation mit dem Behandlungsteam erfahren Sie in den Beiträgen „Gemeinsame Entscheidungen treffen“ und „Bestmöglich unterstützt nach der Diagnose“.
Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr auf der Friedrichstraße/Unter den Linden mit einer Parade und Ansprachen von Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Charité und Leiter des Gynäkologischen Tumorzentrums sowie des Europäischen Kompetenzzentrums Eierstockkrebs (EKZE), und Susanne Fechner, zertifizierte Onkolotsin und Psychoonkologin. Von 18 bis 19 Uhr geht es am Brandenburger Tor und im Tiergarten weiter, wo Informationsstände unter anderem des Forums Gyn Onkologie, der Frauenselbsthilfe Krebs und der Selbsthilfegruppe „Prolisok“ vertreten sind. Zudem werden Workshops zu den Themen Kommunikation, Bewegung und Kreativität angeboten, gefolgt von einem Get-together und einem Picknick.(2), (3)
Grundsätzlich verfolgt der Tag drei zentrale Ziele:
- Enttabuisierung: In der Öffentlichkeit soll offener und ohne Scham über gynäkologische Krebserkrankungen gesprochen werden.
- Aufklärung: Bei Eierstockkrebs ist der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend für die Prognose. Wenn Frauen die Symptome kennen, lassen sie diese früher ärztlich abklären.
- Solidarität: Der Tag soll zeigen, dass niemand allein ist. Die Vernetzung mit Patient*innenorganisationen und anderen Betroffenen hilft vielen im Umgang mit der Erkrankung.
NP-DE-NRP-VID-250004; 02/26
Eierstockkrebs verstehen und behandeln
Der Welteierstockkrebstag trägt dazu bei, die breite Öffentlichkeit auf die Erkrankung aufmerksam zu machen. Trotz deren Schwere haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich verbessert: Operationen sowie Chemo- und Erhaltungstherapien können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen steigern.(1), (4), (5)
Zunächst wird für jede Betroffene gemeinsam mit dem Behandlungsteam die individuell passende Therapie festgelegt. Dafür wird zunächst geklärt, welche Tumorart vorliegt, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat (Krankheitsstadium) und wie der allgemeine Gesundheitszustand ist. Ein Tumor im frühen Stadium ist auf einen oder beide Eierstöcke und gegebenenfalls auf die Organe im Becken begrenzt. Von einem fortgeschrittenen Stadium spricht man, wenn sich der Krebs bereits in die Bauchhöhle ausgedehnt oder in anderen Organen wie Leber, Lunge oder Knochen angesiedelt hat. Von Metastasen – sogenannten Tochtergeschwülsten – spricht man, wenn sich Krebszellen vom ursprünglichen Tumor abgelöst haben, über Blut- oder Lymphbahnen in andere Körperregionen gelangt und dort weitergewachsen sind.(1), (4), (5)
In den meisten Fällen erfolgt zunächst eine Operation mit dem Ziel, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Während des Eingriffs prüft das Operationsteam genau, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat, da hiervon das weitere Vorgehen abhängt. Anschließend folgt häufig eine Chemotherapie, insbesondere wenn sich bereits Metastasen gebildet haben. Aber auch in frühen Stadien des Ovarialkarzinoms wird sie in vielen Fällen empfohlen. Nach der Chemotherapie beginnen viele Betroffene mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs mit einer Erhaltungstherapie. Dabei bekommen sie Medikamente, die gezielt auf bestimmte Strukturen oder Mechanismen innerhalb der Krebszellen wirken und Prozesse stören, die für deren Wachstum oder Überleben notwendig sind. Auf diese Weise lässt sich das Fortschreiten des Ovarialkarzinoms häufig verlangsamen oder sogar aufhalten.(1), (4), (5)
Wenn Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten bei Eierstockkrebs erfahren möchten, unterstützt Sie unser Patient*innenserviceteam gern. Sie erreichen uns Montag bis Freitag zwischen 8:00 und 18:00 Uhr unter:
📞 Telefon: 0800 7070090
✉️ E-Mail: eierstockkrebs@halt-bei-krebs.de
- https://www.krebsinformationsdienst.de/
eierstockkrebs (abgerufen am: 23.03.2026) - https://stiftung-eierstockkrebs.de/save-the-date-09-05-2026-wet-in-berlin-2/ (abgerufen am: 23.03.2026)
- https://stiftung-eierstockkrebs.de/vorstand/ (abgerufen am: 23.03.2026)
- https://www.krebshilfe.de/informieren/
ueber-krebs/krebsarten/eierstockkrebs/#c23898 (abgerufen am: 23.03.2026) - https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/ovarialkarzinom (abgerufen am: 23.03.2026)
NP-DE-NRP-WCNT-260002; 04/26