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Wieso braucht es den Weltkrebstag?
Der 4. Februar ist der Weltkrebstag. Das Motto „Gemeinsam einzigartig“ soll zeigen, dass eine Krebsdiagnose Betroffene verbindet und gleichzeitig jede Person eine ganz eigene Geschichte hat. Der Weltkrebstag macht darauf aufmerksam, dass viele Menschen weltweit von Krebs betroffen sind. In Deutschland erkrankt jährlich etwa eine halbe Million Menschen an Krebs. Die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst oder eine nahestehende Person im Laufe des Lebens ebenfalls an Krebs erkrankt, ist hoch.(1), (2)
Was ist Krebs eigentlich?
Der Begriff „Krebs“ löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. Was die meisten über die Erkrankung wissen: Sie ist bösartig, und es gibt kein universelles Heilmittel. Doch was genau passiert eigentlich im Körper bei einer Krebserkrankung? „Krebs“ ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die jedes Organ im Körper betreffen können. Die Krankheitsbilder sind entsprechend vielfältig. Alle Krebsarten haben unterschiedliche Eigenschaften, aber auch eine Gemeinsamkeit: Körpereigene Zellen verändern sich und vermehren sich unkontrolliert, wodurch ein Tumor entsteht. Ein gutartiger Tumor bleibt lokal begrenzt und wird nicht als Krebs bezeichnet. Bösartige Tumoren (Krebs) wachsen dagegen in das Nachbargewebe ein und breiten sich dort weiter aus. Sie zerstören gesundes Gewebe und können in anderen Organen Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bilden.(3), (4), (5)
Krebs ist eine komplexe Erkrankung und nicht einfach zu verstehen. Noch schwieriger ist das für Kinder. Erhalten Sie im Blogbeitrag „Mit Kindern über Krebs sprechen“ hilfreiche Tipps zum Umgang mit Kindern in dieser Situation.
Einige Krebsformen sind sehr aggressiv, andere schreiten nur langsam voran und lassen sich gut behandeln. Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten stellen die Überlebenschancen von Krebspatient*innen im Vergleich mit der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts dar. Sie sind in einem hohen Maß von der Tumorart abhängig. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs liegt sie bei unter 10 Prozent, bei Hodenkrebs oder Schilddrüsenkrebs dagegen bei über 90 Prozent.(3)
Die häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen:(3)
- Brustkrebs (30,5 %)
- Darmkrebs (10,5 %)
- Lungenkrebs (9,8 %)
Die häufigsten Krebserkrankungen bei Männern:(3)
- Prostatakrebs (25,1 %)
- Lungenkrebs (13 %)
- Darmkrebs (11,7 %)
Gerade weil so viele Menschen betroffen sind, braucht es einen Aktionstag, der Forschung, Prävention und Unterstützungsangebote sichtbar macht. Der Weltkrebstag wurde von der Weltkrebsorganisation (UICC) ins Leben gerufen und findet heute in über 170 Ländern statt. Weitere Informationen zum Weltkrebstag und zum Motto „United by Unique“ finden Sie auf der World-Cancer-Day-Website.(2)
Wo finden Veranstaltungen und Vorträge zum Weltkrebstag statt?
Zum Weltkrebstag gibt es zahlreiche Veranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten.
- Programm zu den Themen Präzisionsmedizin, frühere Diagnosen und bessere Therapieentscheidungen.
Wo? Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften; Leibniz-Saal,
Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin
Wann? 4.2.2026; 10:00–16:30 Uhr - Informationsveranstaltung für Patient*innen, Angehörige und Interessierte zum Weltkrebstag 2026.
Wo? Universitätsklinikum Augsburg (2. OG), Großer Hörsaal oder online
Wann? 4.2.2026; 16:00–18:30 Uhr - Digitaler Themennachmittag zum Zuhören, Austauschen und Mitmachen.
Wo? Online via Zoom
Wann? 4.2.2026, 14:00–17:15 Uhr - Weltkrebstag 4. Februar 2026: „Gemeinsam einzigartig“.
Wo? Klinikum Kassel GmbH, Haus E, Ebene 8, Konferenzraum 3
Wann? 4.2.2026, 9:00–17:00 Uhr
Dies sind nur einige Beispiele für Veranstaltungen anlässlich des Weltkrebstages. Wenn Sie Interesse haben, informieren Sie sich über Angebote in Ihrer Stadt, oder nehmen Sie an einer Online-Veranstaltung teil.
Ein Thema, das viele Betroffene beschäftigt, sind mögliche finanzielle Hilfen. Alle relevanten Informationen finden Sie kompakt zusammengefasst in der Broschüre „Sozialleistungen für Menschen mit Krebs“.
Wie sich die Krebsforschung entwickelt
Seit Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler*innen daran, Krebs zu heilen oder zumindest die Behandlungs- und Heilungschancen zu verbessern. Es gibt zahlreiche neue Forschungsansätze zu Prävention, Früherkennung, Therapie und Folgen der Erkrankung. In den letzten Jahren konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, und die Heilungschancen steigen bei vielen Krebserkrankungen. Aufgrund der Vielzahl der Krebsarten und der individuellen Entwicklung der Erkrankung ist nicht in jedem Fall eine Heilung möglich. Medizinische Fortschritte werden meist schrittweise erzielt. Einer dieser Erfolge: Überlebte in den 1970er-Jahren nur jeder vierte Betroffene eine Krebserkrankung, können heute knapp die Hälfte aller Patient*innen geheilt werden.(6)
Auch potenzielle Risikofaktoren spielen eine zentrale Rolle. Eine vollständige Sicherheit, nicht an Krebs zu erkranken, gibt es zwar nicht, doch mindestens ein Drittel der Krebserkrankungen gilt als vermeidbar. Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren zählen:
- Rauchen
- Alkohol
- Übergewicht
- ungesunde Ernährung
- Bewegungsmangel
Das Risiko steigt, je mehr Faktoren zusammenkommen. Da sie größtenteils vom individuellen Lebensstil abhängen, sind Aufklärung und Prävention – etwa in Schulen – besonders wichtig. Neben Lebensstilfaktoren gibt es genetisch bedingte Risiken sowie nicht beeinflussbare Umweltfaktoren wie Infektionen oder Strahlung.(7)
Ein weiterer Bereich mit wachsender Bedeutung in der Krebsmedizin ist die künstliche Intelligenz (KI).
KI kann bei der Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen unterstützen und wird in der Onkologie bereits unter anderem bei Brustkrebs, Gebärmutterkrebs und Hautkrebs eingesetzt. Sie hilft beispielsweise bei der Auswertung von Mammografiebildern zur Früherkennung von Brustkrebs oder bei der Einschätzung auffälliger Hautveränderungen. Auch bei der Therapieplanung kann KI unterstützend eingesetzt werden, um individuell passende Behandlungsansätze zu finden. Sie ersetzt Ärztinnen und Ärzte jedoch nicht, sondern ergänzt vielmehr deren Arbeit.(8), (9)
Der Weltkrebstag ist auch heute noch ein wichtiger Aktionstag, um auf eine der häufigsten Erkrankungen weltweit aufmerksam zu machen. Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte wie Diagnose, Behandlung und Therapie, sondern auch um die vielen Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung, darunter finanzielle Sorgen, psychische Belastungen und die Lebensqualität der Betroffenen.
Quellen:
- https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/
krebs_in_deutschland_node.html (abgerufen am: 08.01.2026) - https://www.krebshilfe.de/informieren/presse/pressemitteilungen/8-millionen-euro-fuer-eine-bessere-versorgung-von-krebs-langzeitueberlebenden/ (abgerufen am: 08.01.2026)
- https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/krebsarten_node.html (abgerufen am: 08.01.2026)
- https://www.krebsinformationsdienst.de/was-ist-krebs (abgerufen am: 08.01.2026)
- https://www.dkfz.de/aktuelles/themen-im-fokus/was-ist-krebs (abgerufen am: 15.12.2025)
- https://www.krebshilfe.de/krebsforschung/ (abgerufen am: 08.01.2026)
- https://www.dkfz.de/forschung/translationale-zentren/ncpc/stabsstelle-krebspraevention/risikofaktoren-fuer-krebs (abgerufen am: 08.01.2026)
- https://mammamia-online.de/leben-mit-krebs/medizin/kuenstliche-intelligenz-in-der-krebsmedizin/ (abgerufen am: 08.01.2026)
- https://www.journalonko.de/diagnostik/fortschritte-kuenstliche-intelligenz-onkologie (abgerufen am: 08.01.2026)
NP-DE-ON-WCNT-250066; 12/25