Zum Seitenanfang springen
Lebensqualität trotz Myelofibrose
Die Myelofibrose ist eine seltene, bösartige Erkrankung des Knochenmarks, die chronisch verläuft. Dennoch können Betroffene heute in vielen Fällen gut mit der Erkrankung leben. Durch gezielte Therapien und eine angepasste Lebensweise können sie ihre Lebensqualität oft deutlich verbessern.(1)
Für jeden und jede bedeutet Lebensqualität etwas anderes, da jeder Mensch unterschiedliche Prioritäten im Leben hat. Objektiv betrachtet beeinflussen unter anderem Einkommen, berufliche Situation, soziale Beziehungen, die familiäre Situation und der Gesundheitszustand die Lebensqualität, also das subjektive Wohlbefinden und Glück. Die Lebensqualität verschlechtert sich häufig deutlich, wenn eine chronische Erkrankung diagnostiziert wird.(2) Auf eine solche Diagnose ist man in den meisten Fällen nicht vorbereitet, was oft große Unsicherheit auslöst. Gerade in Momenten, in denen der Körper geschwächt ist, ist es wichtig, mental stabil zu bleiben, den Umgang mit der Erkrankung zu lernen und die Lebensqualität zu verbessern.
Helmut ist an Myelofibrose erkrankt, kann aber trotz der Erkrankung seinen Alltag normal gestalten. Erfahren Sie im Video mehr über seine Geschichte.
So stärken Sie Ihre Lebensqualität im Alltag
Nicht alle Faktoren, die die Lebensqualität beeinflussen, lassen sich steuern. Dennoch gibt es Bereiche, in denen Sie selbst aktiv werden können. Zunächst ist es wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen und aufmerksam zu bleiben. Achten Sie auf Veränderungen, Symptome oder Nebenwirkungen von Medikamenten, und nehmen Sie ärztliche Termine regelmäßig wahr. Für viele ist es hilfreich, Symptome und Entwicklungen in einer App oder einem Tagebuch zu dokumentieren, um sie später besser nachvollziehen zu können.
Doch auch wenn die Erkrankung nun Teil Ihres Lebens ist, sollte sie nicht alles bestimmen oder zum alleinigen Lebensinhalt werden. Versuchen Sie stattdessen, sich an die neue Situation anzupassen und den Alltag so zu gestalten, dass er auch mit Myelofibrose gut möglich ist. Die folgenden Bereiche können Sie selbst beeinflussen, um Ihre Lebensqualität zu verbessern:
Ernährung:
Ein häufiges Symptom bei Myelofibrose ist ein schnelles Sättigungsgefühl. Daher ist eine ausgewogene Ernährung für Betroffene besonders wichtig. Ziel ist es, eine ausreichende Nährstoffzufuhr sicherzustellen, um Mangelerscheinungen und einen Leistungsabfall zu vermeiden. Reich an Nähr- und Ballaststoffen sind zum Beispiel:(3)
- (saisonales) Obst und Gemüse: Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Empfohlen werden mindestens fünf Portionen täglich.(4)
- Hülsenfrüchte und Nüsse: Erbsen, Bohnen und Linsen sind reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Nüsse liefern zusätzlich essenzielle Fettsäuren und unterstützen die Herzgesundheit. Es wird empfohlen, mehrmals pro Woche Hülsenfrüchte sowie täglich eine kleine Handvoll Nüsse zu essen.(4)
- Vollkornprodukte: Bei Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl, da diese Produkte länger sättigen und mehr Nährstoffe enthalten als Weißmehlprodukte.(4)
Fleisch sollte nur in Maßen konsumiert werden. Ein hoher Fleischkonsum erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Dickdarmkrebs. Empfohlen werden maximal 300 Gramm pro Woche.(4)
Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Ernährung haben, sollten Sie dies offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte immer mit dem Arzt oder der Ärztin abgestimmt werden, da Wechselwirkungen auftreten können. In vielen Fällen ist zudem eine ernährungsmedizinische Beratung sinnvoll, die häufig von der Krankenkasse bezahlt wird. Lassen Sie sich hierzu am besten beraten.(3)
Bewegung:
Die häufigsten Symptome bei Myelofibrose sind starke Müdigkeit (bei 98,9 % der Betroffenen) und Inaktivität (bei 76,5 % der Betroffenen). Anhaltende Müdigkeit kann dazu führen, dass sich Betroffene zunehmend weniger bewegen. Gerade in solchen Phasen ist regelmäßige körperliche Aktivität wichtig. Die meisten Betroffenen berichten, dass sie sich nach sportlicher Betätigung, auch wenn sie ihnen schwerfällt, besser fühlen als zuvor.(5)
Geeignet sind insbesondere Ausdauersportarten wie Wandern, Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Entscheidend ist, dass Sie Spaß an der Sportart haben und diese regelmäßig ausüben. Bewegung verbessert den Blutfluss, die Sauerstoffversorgung und senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Zudem kann sie Müdigkeit und Fatigue (krankhafte, anhaltende Erschöpfung, die auch durch Ruhe nicht verschwindet) lindern sowie die Stimmung positiv beeinflussen, da sie die Ausschüttung von Endorphinen anregt.(2)
Entspannung:
Entspannungstechniken können helfen, Stress, Ängste und innere Unruhe zu reduzieren. Sie wirken zudem positiv bei Verspannungen, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Es gibt verschiedene Methoden, die teilweise auch über Onlinekurse erlernt werden können, etwa autogenes Training, Meditation, progressive Muskelentspannung, Yoga oder achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction). Probieren Sie aus, welche Technik Ihnen am besten hilft, zur Ruhe zu kommen.(3)
Austausch mit anderen Betroffenen:
Ein weiterer wichtiger Faktor für mehr Lebensqualität ist der Austausch mit anderen Betroffenen. Besonders bei seltenen Erkrankungen entsteht bei Betroffenen häufig das Gefühl, mit der Diagnose allein zu sein, weil sie oft niemanden mit derselben Erkrankung kennen.
Netzwerke wie das MPN-Netzwerk schließen diese Lücke. Das MPN-Netzwerk ist eine Selbsthilfeinitiative für Menschen mit Myeloproliferativen Neoplasien (MPN) und ihre Angehörigen. Es unterstützt Betroffene bei der Bewältigung körperlicher, seelischer und sozialer Belastungen und macht zugleich auf diese seltenen Erkrankungen aufmerksam. Zudem ermöglicht das Netzwerk den Erfahrungsaustausch und persönliche Begegnungen im geschützten Rahmen eines Onlineforums, bei Regionalgruppen- oder Onlinetreffen.(6)
Auch die regelmäßigen MPN-Patient*innentage sind eine wichtige Anlaufstelle, um Informationen zu erhalten und sich auszutauschen. Sie finden in verschiedenen Städten in Deutschland sowie virtuell statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Der nächste MPN-Patient*innentag findet am 20.06.2026 in Berlin statt. Dabei steht unter anderem das Thema Myelofibrose im Fokus. Es werden Fachvorträge zu aktuellen Erkenntnissen über Erkrankungen, ihre Symptome und Therapiemöglichkeiten angeboten. Außerdem gibt es Fragerunden mit Expert*innen, und Teilnehmende können verschiedene Patient*innenorganisationen sowie andere Betroffene kennenlernen.(7)
Wenn Sie Fragen zum Thema Myelofibrose haben, unterstützt Sie unser Patient*innenserviceteam gern. Sie erreichen uns Montag bis Freitag zwischen 8:00 und 18:00 Uhr unter:
📞 Telefon: 0800 4030020
✉️ E-Mail: myelofibrose@halt-bei-krebs.de
- https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelofibrose/@@guideline/html/index.html (abgerufen am: 23.04.2026)
- https://www.leben-mit-blutkrankheiten.de/ratgeber/leben-mit-pv-und-mf/lebensqualitaet#lebensqualitaet (abgerufen am: 23.04.2026)
- https://www.mpn-netzwerk.de/leben-mit-mpn/lebensqualitaet-trotz-mpn/ (abgerufen am: 23.04.2026)
- https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/#c6423 (abgerufen am: 23.04.2026)
- https://www.leben-mit-blutkrankheiten.de/ratgeber/leben-mit-pv-und-mf/leistungsfaehigkeit (abgerufen am: 23.04.2026)
- https://www.mpn-netzwerk.de/netzwerk/verein/ (abgerufen am: 23.04.2026)
- https://www.leben-mit-blutkrankheiten.de/service/mpn-patiententage (abgerufen am: 23.04.2026)
NP-DE-ON-WCNT-260014; 05/26