Zum Seitenanfang springen

Zwei Paar Hände halten einander fest vor einem Hintergrund aus einem lila Kreis umrandet von einem gelben Kreis.

Therapieformen bei Gebärmutterkrebs

Immuntherapien haben die Behandlung von Gebärmutterkrebs in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Besonders bei einem fortgeschrittenen oder wiederkehrenden Endometriumkarzinom eröffnen sie neue Möglichkeiten. Neben der Immuntherapie stehen weitere Therapieoptionen zur Verfügung.

Beratung bei Gebärmutterkrebs: Eine Frau im Gespräch mit dem Arzt

Welche Therapie sich zur Behandlung von Gebärmutterkrebs eignet, hängt von mehreren Faktoren ab. Besonders berücksichtigt werden:

  • Gesundheitszustand der betroffenen Person
  • Ausbreitungsstadium des Tumors
  • Eigenschaften des Tumors
  • persönliche Wünsche der Patientin

Alle Faktoren werden im Vorfeld mit den Betroffenen besprochen. Grundsätzlich stehen mehrere Therapieformen zur Verfügung, die einzeln oder kombiniert eingesetzt werden können. Die Entscheidung erfolgt individuell.

Operation und Hormonersatztherapie bei Gebärmutterkrebs

In den meisten Fällen bildet eine Operation die Grundlage der Behandlung. Dabei werden die Gebärmutter und – je nach Stadium – auch Eierstöcke, Eileiter sowie in einigen Fällen regionale Lymphknoten entfernt. Bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung kann es notwendig sein, auch Nachbarorgane wie Blase oder Darm zu operieren.(1)

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Hormonersatztherapie. Diese kommt nur bei sehr frühen Tumorstadien oder Vorstufen infrage. Dabei werden sogenannte Gestagene eingesetzt – künstlich hergestellte Sexualhormone in Tablettenform. Sie hemmen die Zellteilung und können so das Tumorwachstum verlangsamen. Diese Methode ist insbesondere für jüngere Frauen mit Kinderwunsch relevant, da die Gebärmutter erhalten bleiben kann. Nach etwa sechs Monaten wird überprüft, ob die Behandlung anschlägt. Ist dies der Fall, können Betroffene im Anschluss versuchen, schwanger zu werden. Besteht noch kein Kinderwunsch, kann die Therapie fortgeführt werden, erfordert jedoch engmaschige Kontrollen. Nach abgeschlossener Familienplanung empfehlen Expert*innen, die Gebärmutter entfernen zu lassen, um das Risiko eines erneuten Tumorwachstums zu minimieren.(1), (2)

Eine junge Frau mit Gebärmutterkrebs erhält eine Infusion mit Chemotherapeutika.

Strahlen- und Chemotherapie bei Gebärmutterkrebs

Sowohl Strahlen- als auch Chemotherapie können bei Gebärmutterkrebs eingesetzt werden. Die Strahlentherapie wird in der Regel nach einer Operation eingesetzt und wirkt lokal. Sie kann in seltenen Fällen auch anstelle einer Operation erfolgen, wenn diese aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist. Ziel der Strahlentherapie ist es, das Risiko für einen Rückfall (Rezidiv) zu verringern. Dabei wird der Tumor mithilfe einer radioaktiven Quelle aus kurzer Distanz bestrahlt. Die Strahlenquelle kann auf der Körperoberfläche, im Gewebe oder in Körperhöhlen angebracht werden. Bei Gebärmutterkrebs erfolgt die Bestrahlung meist von innen über die Scheide (Brachytherapie), in selteneren Fällen von außen.(1)

Eine Brachytherapie ist sinnvoll, wenn der Krebs auf die Gebärmutter begrenzt ist, aber zusätzliche Risikofaktoren vorliegen oder wenn der Tumor bereits in umliegendes Gewebe eingedrungen ist. Auch eine Kombination von innerer und äußerer Bestrahlung ist
möglich.(1)

Zwei Sprechblasen auf orangem Hintergrund.

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Betroffene und Angehörige sind im Leitfaden Gebärmutterkrebs zusammengefasst.

Eine weitere Therapieoption ist die Chemotherapie, bei der die Medikamente per Infusion verabreicht werden. Sie hemmen das Wachstum sich schnell teilender Zellen und zerstören damit vor allem Krebszellen, da diese sich besonders häufig teilen. Allerdings werden auch gesunde sich rasch teilende Zellen, etwa Blut- oder Haarwurzelzellen, beeinträchtigt. Typische Nebenwirkungen sind starke Erschöpfung, Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Mittlerweile stehen jedoch unterstützende Medikamente zur Verfügung, die insbesondere Übelkeit und Erbrechen lindern können.(1)

Eine ausgeprägte Erschöpfung wird auch als Fatigue-Syndrom bezeichnet. Betroffene fühlen sich dauerhaft müde und weniger leistungsfähig, wobei Schlaf keine ausreichende Besserung der Erschöpfung bewirkt. Fatigue kann den Alltag stark einschränken. Daher ist es wichtig, das Behandlungsteam frühzeitig über Beschwerden zu informieren. Unterstützend wirken unter anderem psychoonkologische Beratung oder Bewegungstherapie.(1)

Immuntherapie bei Gebärmutterkrebs: Eine Frau erhält eine Infusion.

Möglichkeiten einer Immuntherapie bei Gebärmutterkrebs

Die größten Fortschritte bei der Behandlung von Krebs gab es in den vergangenen Jahren im Bereich der Immuntherapie. Sie wird heute bei vielen Krebserkrankungen eingesetzt, auch bei Gebärmutterkrebs. Zugelassen ist sie derzeit nur bei fortgeschrittenen oder metastasierenden Erkrankungen. Sie nutzt das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung der Erkrankung. Obwohl das Immunsystem Tumorzellen grundsätzlich erkennen kann, gelingt es Krebszellen häufig, dessen Abwehrmechanismen zu umgehen. Immun-Checkpoint-Hemmer blockieren bestimmte Signalwege, sodass das Immunsystem Krebszellen wieder als Bedrohung erkennt und angreift.(1), (3)

Wie andere Behandlungen kann auch die Immuntherapie Nebenwirkungen verursachen. Da sie in das Immunsystem eingreift, kann sie sich theoretisch auf alle Organe auswirken. Häufig zeigen sich Reaktionen an der Haut, im Verdauungssystem, in Lunge, Leber oder hormonproduzierenden Organen wie der Schilddrüse. Mögliche Symptome sind Ausschlag, Durchfall, Bauchschmerzen, Kurzatmigkeit, Sehstörungen oder Gelenkschmerzen. Bei allen Veränderungen sollten Betroffene frühzeitig ihr Behandlungsteam informieren.(3)

Symbol einer Glühbirne auf orangem Grund.

Weitere Infos zu Immun-Checkpoint-Inhibitoren finden Sie im ersten Teil des Blogs Immuntherapie bei Gebärmutterkrebs.

Eine weitere mögliche Behandlungsmethode ist die zielgerichtete Therapie, die zu den medikamentösen Krebstherapien zählt. Sie ist darauf ausgerichtet, bestimmte veränderte Eigenschaften der Krebszellen, sogenannte Biomarker, zu erkennen und das Wachstum der Zellen zu hemmen. Die Therapie wirkt nur, wenn diese Merkmale tatsächlich vorhanden sind. Die Therapie kann ambulant oder zu Hause erfolgen. Die Medikamente werden per Infusion, als Tabletten oder Injektion verabreicht.(1), (4)

Auch hier können Nebenwirkungen auftreten, da die Wirkstoffe auch gesunde Zellen angreifen können. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreaktionen, Durchfall, Haarveränderungen sowie Funktionsstörungen der Schilddrüse und der Leber. Bei starken Nebenwirkungen muss die Therapie angepasst oder beendet werden. Eine enge ärztliche Begleitung ist daher essenziell.(4)

Wenn Sie mehr über Behandlungsoptionen bei Gebärmutterkrebs wissen möchten, unterstützt Sie unser Patient*innenserviceteam gern. Ob Immuntherapie, Kinderwunsch oder Symptome – wir hören zu und begleiten Sie.

📞 Telefon: 0800 3050060

✉️ E-Mail: gebaermutterkrebs@halt-bei-krebs.de

Weitere Artikel

Eine Frau mit Turbantuch auf dem Kopf sitzt auf einem Stuhl

Immuntherapie bei Gebärmutterkrebs

Für Patientinnen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom stellt die Immuntherapie eine weitere Behandlungsoption dar. Die Therapien zielen darauf ab, das körpereigene Immunsystem zu aktivieren, um Krebszellen effektiver zu bekämpfen. Doch wie bei jeder Behandlung können auch Herausforderungen in Form von Nebenwirkungen auftauchen.(1) Schauen wir es uns an.

Eine Frau sitzt auf einer Bank, ein Mann steht hinter ihr und umarmt sie.

Wofür ist die MMR/MSI-Testung gut?

Die MMR/MSI-Testung gehört zu einer modernen Krebsdiagnostik beim Endometriumkarzinom. Sie bietet wichtige Informationen für die Behandlung von Betroffenen und ihren Familien sowie für die Nachsorge. Denn bei der erblichen Variante von dMMR/MSI-High ist das Risiko für weitere Krebserkrankungen zum Teil deutlich erhöht. Man spricht in diesem Fall vom Lynch-Syndrom.

Eine junge Frau spricht mit mehreren älteren Personen.

Hilfe finden
nach der Diagnose

Als ob eine Gebärmutterkrebs-Diagnose allein nicht schon schwierig genug wäre: Zusätzlich muss man sich mit einer Flut von Informationen und medizinischen Fachbegriffen beschäftigen – und sich mit Fragen nach der Zukunft auseinandersetzen. Wer sich damit alleingelassen fühlt, kann bei zahlreichen Anlaufstellen Hilfe und Unterstützung finden. Schauen wir es uns an.